Archiv zum Thema "Bildung"

NRW-Schulministerin lädt zum Runden Tisch ein

Turbo-Abi: ja oder nein?


S. Hofschlaeger/pixelio.de

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Die Abiturienten sollen der Wirtschaft ein Jahr früher zur Verfügung stehen. Bei solchen Aussagen von Befürwortern des Abiturs nach acht Jahren auf der weiterführenden Schule (G8) kriege ich die Wut. Heute Nachmittag hat die NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann zum „Runden Tisch“ nach Düsseldorf eingeladen, um über die Zukunft des Turbo-Abiturs zu beraten. Bei solchen Gesprächen kann aus meiner Sicht nicht nur darum gehen, dass junge Leute früher ins Arbeitsleben starten können.

Was ist denn mit der Zeit davor? Mit den Jahren zwischen Kindergarten und Abitur? Kinder und Jugendliche brauchen doch nicht nur Fachwissen im Kopf, sondern sie brauchen Zeit. Zeit, um in den Sportverein zu gehen, sich mit ihren Freunden zu treffen oder sich sozial zu engagieren … Und die haben sie nicht, wenn jegliche Energie ins Lernen fließt. Im Moment ist es aber so – das beklagen Eltern und Schülerinnen und Schüler – dass auf dem Gymnasium viel zu viel Stoff in zu wenig Unterricht gequetscht wurde. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder werden die Lehrpläne bei G8 radikal entschlackt oder – was ich für die bessere Lösung halte: Wir kehren zum Abitur nach neun Jahren Gymnasium zurück.
Was denken Sie darüber? Wir freuen uns über Kommentare im Blog.

 

Die geplante KiBiz-Revision sorgt in den Einrichtungen für Unmut:

Veränderungen ja, Verbesserungen nein


Helene Souza/pixelio.de

© Helene Souza/pixelio.de

KiBiz klingt irgendwie fröhlich. Das Wort erinnert mich an Vogelgesang im Frühling. Viele Erzieherinnen können das wahrscheinlich nicht nachvollziehen. Für sie ist das KiBiz, das Kinderbildungsgesetz, ein reines Ärgernis – und auch die anstehende Revision. Heute steht der Referentenentwurf für die nächste Stufe der KiBiz-Revision auf der Tagesordnung des Landeskabinetts. Die Qualitäts-Standards in den Kindertageseinrichtungen sollen verbessert werden, hieß es. Insgesamt will das Land 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Davon sollen unter anderem Hauswirtschaftskräfte eingestellt werden, die die Erzieherinnen und Erzieher beim Kochen und Putzen entlasten sollen.

Wie die Veränderungen im Kita-Alltag aussehen sollen, will Familienministerin Ute Schäfer gemeinsam mit Andrea Asch (Bündnis 90/Die Grünen) und Wolfgang Jörg (SPD) erläutern – und mit Betroffenen diskutieren. Ich bin schon sehr gespannt, wie diese Debatte verlaufen wird. Ich denke, dass heute Nachmittag die Fetzen fliegen werden. Die Stimmung in der Kita meiner Kinder lässt jedenfalls darauf schließen. Seit Tagen steht dort im Eingangsbereich ein Plakat in Neonfarbe. Auf dem sind die Forderungen eines örtlichen Kita-Verbandes abgedruckt. Eine wesentliche Kritik: Die pädagogischen Fachkräfte müssen sich um zu viele Kinder kümmern. Eine qualitativ hochwertige Förderung sei bei diesem Personalschlüssel nicht möglich. Außerdem seinen Kindertagesstätten und Familienzentren auch nach der geplanten Revision nicht ausreichend finanziell versorgt. Bei der Veranstaltung heute treffen politische Pläne und pädagogischer Alltag aufeinander. Ich bin neugierig, wie das ausgeht.

Und Sie? Was halten Sie von den Plänen der Landesregierung? Wir sind gespannt auf Ihre Meinungen!

 

Alle finden es wichtig, dass es sie gibt. Dennoch:

Verträge von Schulsozialarbeitern laufen aus


Alexandra H/pixelio.de

 Adventskränze, Lebkuchen, Schoko-Nikoläuse: Viele freuen sich so langsam auf Weihnachten und eine entspannte Zeit danach. Für rund 1500 Schulsozialarbeiterinnen – und sozialarbeiter wird die Zeit bis zum Jahreswechsel aber unruhig. Denn bei denjenigen, die aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung bezahlt werden, läuft Ende 2013 der befristete Arbeitsvertrag aus. „Schade“, klagen die einen. Und andere meinen: „Die Schulsozialarbeiter sind nicht zu ersetzen.“

Anfang 2012 waren sie eingestellt worden, um Eltern bei Anträgen für Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu helfen. Mittlerweile haben viele von ihnen an den Schulen aber Aufgaben übernommen, die weit darüber hinaus gehen. Gerade in Stadtteilen, in denen vor allem sozial schwache Familien leben, ist die Schulsozialarbeit wichtig. Darin sind sich alle einig. Aber wie sollen sie weiter bezahlt werden? Dazu fehlen im Moment noch schlüssige Konzepte. Der Bund sieht seine Aufgabe erfüllt und zieht sich aus der Finanzierung zurück. Das Land NRW bewertet Schulsozialarbeit zwar als wichtig, sieht aber auch keine Möglichkeit, die Stellen zu bezahlen. Es scheint, als wolle den „Schwarzen Peter“ niemand haben.

 

Der Schulalltag wird für viele Kinder und Jugendlichen zur großen Belastung

Volle Stundenpläne und kaum Pausen


© DKSB/Susanne Tessa Müller

Welche Schule soll es sein? In vielen Familien ist das gerade ein großes Thema, weil die Anmeldungen für die Grundschule anstehen. Auch wir diskutieren gerade heftig über die Frage: Waldorfschule ja oder nein. Dabei geht es vor allem um Leistungs- und Zeitdruck, den wir gerne – wenn möglich – vermeiden möchten.

Ich kenne einige Kinder, die gerade auf der weiterführenden Schule unter enormem Stress leiden. Sie pauken selbst am Wochenende und haben Angst, bei der Fülle des Lernstoffs nicht mehr mitzukommen. Auch in unseren Orts- und Kreisverbänden kommen immer wieder Anrufe verzweifelter Eltern an, die fragen: Greift bei vollen Stundenplänen und übermäßiger Belastung durch die Schule nicht der Kinderschutz? Weiterlesen »

 

Morgen startet das neue Schuljahr nach den Sommerferien

Stress gehört zum Lernen dazu – oder doch nicht?


© Dieter Schütz/pixelio.de

Noch einmal ausschlafen, lange frühstücken, in Ruhe lesen, fernsehen, Freunde treffen. Bevor dann morgen wieder die Schule losgeht. Ich kann keine Gedanken lesen, aber ich könnte mir vorstellen, dass diese Sätze heute Morgen durch das eine oder andere Schülerhirn geflitzt sind. Heute ist der letzte Tag der Sommerferien – und morgen? Zuerst werden sich alle freuen und sich sagen, wie sehr sie sich vermisst haben und was sie im Urlaub oder zu Hause so alles erlebt haben. Aber dann? Dann kommt bei vielen das Herzklopfen, denn Schule heißt immer häufiger auch Stress. Und das nicht nur, weil beide Begriffe mit demselben Buchstaben beginnen.

Natürlich wird es manchmal anstrengend, wenn es darum geht, Neues zu lernen, Referate zu verfassen und Klassenarbeiten zu schreiben. Aber was seit der Einführung des Abiturs nach acht Jahren an Druck dazugekommen ist, hat damit nichts zu tun. Die Kinder und Jugendlichen müssen zu viel Lernstoff in zu kurzer Zeit pauken – und das hat meiner Meinung nach wesentlich mehr Nachteile als Vorteile. Denn sie brauchen keine Nachmittage, die randvoll aufgefüllt sind mit Vokabeln, Interpretationen und Kurvendiskussionen. Sie brauchen Zeit – auch wenn das pathetisch klingt. Zeit zum Entdecken, Nachdenken und zum Faulenzen. Nachholen können sie das später nicht mehr.

 

Unsinniger Vorschlag zur Zukunft der Schlecker-Mitarbeiterinnen:

Aus der Drogeriekette in die Kita?


Liegt hier die Zukunft der Schlecker-Mitarbeiterinnen

© Dieter Schütz/PIXELIO

“Hallo KITAS – Rettung naht!” So betitelte die Frankfurter Rundschau in der vergangenen Woche eine Karikatur. Ob sie da schon von der aktuellen Idee der Regierung wusste, arbeitslose Schlecker-Mitarbeiterinnen zu Erzieherinnen umschulen lassen zu wollen? Ein Vorschlag, der mich maßlos ärgert, weil er nahe legt, dass im Grunde alle Menschen Kinder betreuen und fördern können.

Um hier erst gar keine Missverständnisse entstehen zu lassen: Die (drohende) Arbeitslosigkeit aller „Schleckerfrauen“ ist ein ernstes Thema und bedarf (auch) der politischen Hilfe. Aber muss es wieder mal der Bildungs- und Erziehungsbereich sein, der als Auffangbecken dienen soll? Natürlich wären unter den früheren Mitarbeiterinnen der Drogeriekette sicherlich einige, die für eine Tätigkeit mit Kindern geeignet wären – aber das trifft sicher längst nicht auf alle zu. Kinder und ihre Förderung sollten uns mehr wert sein. In vielen anderen europäischen Ländern ist eine akademische Ausbildung nötig, um mit kleinen Kindern in der Kita arbeiten zu dürfen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen geht mit ihrem Vorschlag in die völlig falsche Richtung, finde ich. Wir brauchen mehr Qualifizierung in der Kinderbetreuung – und nicht weniger! Weiterlesen »

 

Fachtag informierte über "Inklusion aus der Sicht des Kindes"

Inklusion ist nötig und machbar


„Inklusion – was ist das denn?“ Das ist eine gängige Frage, die nicht nur auf der Familienfeier oder im Sportverein kommt. Auch Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, wissen oft nicht, was sie mit dem Begriff anfangen sollen. „Hat das nicht irgendwas mit Behinderungen zu tun?“, vermuten manche. Aber was? Inklusion hat noch keinen Platz in der öffentlichen Diskussion gefunden – und das ist im Grunde ein Skandal. Denn Kinder haben ein Recht auf Inklusion – aber wie kann das umgesetzt werden, wenn viele gar nicht wissen, wovon die Rede ist? Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. setzt auf Information – und lud zu einem Fachtag nach Erkelenz ein mit dem Thema „Inklusion aus der Sicht des Kindes“.
„Vielfalt macht stark“ – das ist einer der Grundgedanken der Inklusion. Das Ziel ist, dass  Kinder – ob mit oder ohne Behinderung – ihren Alltag zusammen verbringen, etwa in der Kindertagestagesstätte, der Schule oder in der Freizeit. Gedankliche Grundlage der Inklusion ist ein verändertes Menschenbild. Behinderung wird nicht als persönliches Defizit verstanden, sondern als Ausdruck menschlicher Verschiedenheit. Jedes Kind bekommt in inklusiven Einrichtungen die Teilhabe, Hilfe und Unterstützung, die es braucht – ob in der Schule, im Kinderchor oder dem Sportverein. Jeder Junge und jedes Mädchen gilt als Gewinn, das die anderen etwas lehrt. Ein schönes Ziel. Weiterlesen »
 

Hausaufgabenbetreuerin schildert die Zeugniswoche aus ihrer Sicht

Manche Kinder sind “Weltmeister im Verdrängen”


©Dieter Schütz/PIXELIO

In dieser Woche gibt es Halbjahreszeugnisse. Ich war fast 30 Jahre lang Grundschul-Lehrerin und weiß, wie wichtig dieser „große Tag“ für viele Kinder und ihre Eltern ist. Die Zeugnisse sind eine Art Bestandsaufnahme, wie gut sie in den vergangenen Monaten gelernt haben. Dass Kinder darunter leiden, wenn sie die hohen Erwartungen ihrer Eltern nicht erfüllen können, habe ich in meinem Berufsalltag oft miterlebt. Nach meinem Ausscheiden aus dem Beruf engagiere ich mich beim DKSB Ortsverband Schmallenberg in der Hausaufgabenhilfe.

Die Jungen und Mädchen, die nachmittags zu uns kommen, haben bereits viele Misserfolgs-Erfahrungen hinter sich. Sie besuchen Förderschulen, in denen es keine Notenzeugnisse gibt und man sich über jeden kleinen Fortschritt freut. Unterstützung durch die Eltern gibt es bei diesen Kindern oft nicht. Die meisten unserer Grundschüler gehören zum schwächsten Drittel ihrer Klasse und wissen das natürlich auch. Aber sie sind Weltmeister im Verdrängen! Angst vor dem Zeugnis spüren sie nicht – oder sagen es zumindest so. Sie flüchten sich in eine Traumwelt und rechnen mit guten Noten. Die Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen können diesen leistungsschwachen Kindern nicht gerecht werden, weil die Klassen viel zu groß sind. Das könnte mich wütend machen, aber das lasse ich nicht zu. Ich weiß, dass meine Arbeit mit den Kindern in der Hausaufgabenbetreuung nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“ ist, freue mich aber über jede kleine Hilfe, die ich geben kann. Weiterlesen »

 

In drei Wochen gibt es Halbjahreszeugnisse

Kinder mit schlechten Noten brauchen keinen Druck


©Alexandra H./PIXELIO

Anfang Februar (6. bis 10. Februar) bekommen die Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen ihre Halbjahreszeugnisse. Viele von ihnen haben Angst davor – genauso wie ihre Eltern, gerade wenn die Noten schlechter ausfallen als erwartet. Nach dem aktuellen LBS-Kinderbarometer Deutschland fühlt sich jedes sechste Kind in der Schule generell nicht wohl. Jedes zweite Kind leidet laut einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2010 unter Schulstress. Dabei macht Druck das Lernen noch schwieriger.

Welche Zensuren auf dem Halbjahreszeugnis wie aussehen, wissen die meisten Kinder schon vor dem „großen Tag“. Aber viele trauen sich nicht, ihren Eltern davon zu erzählen, wenn sie etwa in Biologie nur ein knappes „Ausreichend“ bekommen oder in Mathematik sogar ein „Mangelhaft“. Manche Jungen und Mädchen bekommen dann Kopfschmerzen, Schlafstörungen – oder ihnen tut der Magen weh. Für Ärzte und Psychologen sind diese Symptome Ausdruck von Stress und Angst vor dem Versagen. Weiterlesen »

 

Erster Aktionstag [email protected]

Was brauchen Kinder, wenn ihre Eltern arbeiten?


©GerdAltmann/PIXELIO

Berufstätige Eltern stehen unter Druck. Die Unternehmen fordern von ihnen, immer verfügbar zu sein, flexibel und mobil. Sie wollen diesem Anspruch auch gerecht werden und erfolgreich sein. Auf der anderen Seite sorgen sich berufstätige Eltern aber auch um das Wohl ihrer Kinder. Es gibt ja eine breite Palette von Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen sollen und auch können, zum Beispiel flexible Arbeitszeiten oder Ganztagsbetreuung. Aber für wen sind diese Maßnahmen gut? Nur für die Erwachsenen, die ihre Kinder in ihrer Arbeitszeit betreut wissen wollen? Welchen Platz haben die Bedürfnisse der Kinder?

Diese Fragen stellte der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. beim ersten und brachte auch gleich eine Antwort mit: Ein Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung – sei es im Rahmen einer Kindertageseinrichtung, Kindertagespflege oder Ganztagsschule – ist für Kinder wichtig und richtig. Weiterlesen »