Archiv zum Thema "Fortbildung – BiS"

DKSB und LfM luden zum Fachtag "Cybermobbing" ein

Wenn das Surfen im Internet Bauchschmerzen macht


Dr. Catarina Katzer

Schlagen, Treten, Bespucken, Hänseln oder einfach nur Ignorieren: In deutschen Klassenzimmern kann es heiß hergehen, wenn die Kinder scheinbar an „Geschmacksverkalkung“ leiden, schiefe Zähne haben, wie eine „Bohnenstange“ aussehen, kein I-Phone besitzen und einfach ein „Opfer“ sind. Was sich in der Realität bitter anhört und schwer zu zügeln ist, nimmt im Zeitalter der digitalen Kultur eine neue Wendung. Während die „Täter“ in der Klasse ein Gesicht haben, verstecken sich die digitalen Mobber auf eine anonyme und bequeme Weise im Netz und lassen ihren Hasstiraden freien Lauf.

Die Täter können beim Cybermobbing mit nur einem Klick eine Lawine an Beleidigungen auslösen, denen Kinder und Jugendliche nur schwer ausweichen können. Das digitale Netz – und hier insbesondere die sozialen Netzwerke – bieten die „optimale“ Plattform. Sei es das Zurechtschneiden der Fotos von Gesichtern oder Körperteilen, das Hacken eines persönlichen Profils, das Verbreiten eines Gerüchts oder aber das Einstellen eines peinlichen Videos. Die Folgen sind kaum absehbar. Das potentielle Publikum beim Cybermobbing ist riesengroß, ein Löschen aus dem Internet unmöglich. Weiterlesen »

 

Diskussion über Referentenentwurf zum neuen Bundeskinderschutzgesetz

Kinderschutz braucht Qualität und Qualifzierung


Was machen Sie, wenn Sie mit einer Autopanne auf dem Standstreifen liegen bleiben: Diskutieren Sie per Handy mit möglichen Helfern über deren beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen? Oder rufen Sie einen anerkannten Pannendienst herbei?

Quelle: Kinderschutz-ABC der Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg / Oranienburg

Quelle: Kinderschutz-ABC der Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg / Oranienburg

Hintergrund zu dieser polemischen Frage: Momentan diskutieren verschiedene Verbände den Gesetzesentwurf zum neuen „Bundeskinderschutzgesetz“ (BKiSchG), so auch der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB). Der Tenor ist klar: Der Entwurf verbessert im Großen und Ganzen die Rechtsgrundlage für den Auf- und Ausbau eines effektiven Kinderschutzes.  

Ein wichtiger Punkt: Die Bezeichnung „Kinderschutzfachkraft“ ersetzt im vorgeschlagenen Gesetzestext § 8a im Absatz 4 Satz 3 SGB VIII (“Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung”) den bislang benutzten Begriff „insoweit erfahrene Fachkraft“. Damit ist ein/e im Kinderschutz besonders qualifizierte/r Berater oder Beraterin gemeint, die vom Jugendhilfeträger bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zur Risikoeinschätzung hinzu gezogen werden muss. Dazu mehr auf wikipedia.

Der Begriff „Kinderschutzfachkraft“ ist eindeutig und praxistauglich. Wer sich nun dagegen stemmt und die alte diffuse Bezeichnung „insoweit erfahrene Fachkraft“ im Gesetz beibehalten will, muss sich fragen lassen, wem damit gedient sein soll. Als Kinderschutzfachkraft darf sich nur bezeichnen, der über einschlägige Berufserfahrung und über eine gute Zusatzqualifikation (Zertifikatskurs) verfügt. Dass damit Zeit und Kosten verbunden sind, liegt auf der Hand. Aber so können Ämter und Träger sicher sein, dass sie es mit einer entsprechend qualifizierten und profilierten Person zu tun haben.

Im Ernstfall des Kinderschutzes, der einen Träger aus „heiterem  Himmel“ treffen kann, bleiben weder Zeit noch Nerven, um „Erfahrung“ oder rechtliche Kenntnisse – wie z.B. in puncto Datenschutz – anderweitig umständlich nachzuprüfen. Wie sollte dies auch geschehen? Durch einen Fragenkatalog? Durch Mundpropaganda?

Es geht um einen nachprüfbaren Qualifizierungsnachweis in Sachen Kinderschutz und nicht bloß um eine neumodische Funktionsbezeichnung, mit der „viel Geld“ verdient werden kann. Wenn es um das Kindeswohl geht, sollte nicht am falschen Ende gespart werden. Daher muss auch die Finanzierung der Kinderschutzfachkräfte gesetzlich geregelt werden. Was also ist der Gesellschaft kompetenter Kinderschutz wert?

Mehr zum neuen BKiSchG lesen Sie hier. Hier geht es zu einem Artikel über die letzte Jahrestagung der Kinderschutzfachkräfte.

 

Wege durch den Mediendschungel

Elternkursleitungen sind startklar


Vom Tablet-PC fasziniert: Teilnehmer/innen des Kurses,  in der Mitte die Autorin / Foto: DKSB NRW

Susanne Hentschel und ich haben die erste NRW-Schulung zur Elternkursleitung „Wege durch den Mediendschungel – Kinder und Jugendliche sicher in der Medienwelt begleiten“ in Kooperation mit der Bildungsakademie BiS erfolgreich durchgeführt. Wir freuen uns, dass es dabei mit viel Spiel, Spaß und Spannung zuging!

14 Teilnehmer/innen erwarben in zwei Blöcken à zwei Tagen die Zusatzqualifikation zur Durchführung von medienpädagogischen Elternkursen. Nun besitzen sie umfassende Informationen und kennen verschiedene Materialien für die Medienerziehung mit Fernsehen, Handy, sowie Internet, PC – und Onlinespiele.

Die Fähigkeit zur Medienkompetenz beinhaltet auch die „medienbiographische Selbstreflexion“, das heißt: Wie haben Erwachsene im Laufe ihres Lebens selbst die Medien erlebt? Schließlich sollen auch Eltern über ihr eigenes Verhältnis zu den Medien nachdenken und die alltäglichen Herausforderungen im Umgang mit medialen Inhalten selbstsicher anpacken. Großen Wert legten wir darauf, individuelle Fähigkeiten und Vorkenntnisse zu vertiefen und viel Raum für Diskussionen  zu bieten.

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Gütesiegelverbund garantiert:

Bildungskademie BiS legt Wert auf Qualität


Der Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. setzt sich nicht nur für den Schutz von Kindern ein, sondern auch dafür, dass Fachkräfte der Sozialen Arbeit immer auf dem aktuellen Stand bleiben. Deswegen ist er seit drei Jahren Träger der „Bildungskademie BiS“ (BiS steht für Bildung, Service und Kommunikation).

NRW-Bildungsministerin Silvia Löhrmann überreicht das Zertifikat an Katrin Disselhorst

Die BiS-Akademie ist nach dem Weiterbildungsgesetz des Landes NRW anerkannt. Hier finden Seminare, Fortbildungen und Kurse im Bereich der Erwachsenen- und Familienbildung statt. Geschult und zertifiziert werden hier u.a. Kinderschutzfachkräfte gem. § 8a SGB VIII und Leiter/innen der Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder“®. Jetzt ist die BiS-Akademie selbst zertifiziert, und zwar nach dem Qualitätsmanagement-System des Gütesiegelverbundes.

Der Gütesiegelverbund bestätigt der Bildungsakademie BiS durch die Zertifizierung, dass…

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4. Jahrestagung der Kinderschutzfachkräfte in Gelsenkirchen

Verantwortungsgemeinschaft mit „glitschiger Seife“?


Diskutieren über Kinderschutzfachkräfte: Friedhelm Güthoff (DKSB NRW), Britta Discher (DKSB OV Unna), Dr. Sigrid Bathke (ISA), Dr. Reinhard Wiesner (Berater des Bundesfamilienministeriums)

„Es könnte so einfach sein, ist es aber nicht“ ist eine Formel, die man immer dann etwas zerknirscht ausspricht, wenn Wunsch und Wirklichkeit aufeinander prallen. Wenn es um Kinderschutz geht, schmerzt sie um so mehr.

Als sich jetzt im Wissenschaftspark Gelsenkirchen fast 150 Kinderschutzfachkräfte (so genannte insoweit erfahrene Fachkräfte im Sinne des § 8a SGB VIII) zu ihrer 4. Jahrestagung mit dem Titel „Profile stärken – Austausch schaffen“ versammelten, wurde klar, dass es den Königsweg hin zu einer optimalen Qualität im Kinderschutz (noch?) nicht gibt. Veranstalter des Treffens waren das Institut für soziale Arbeit Münster e.V. (ISA), der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. und die Bildungsakademie BiS.

Seit 2005 schreibt §8a SGB VIII vor, dass Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe zur besseren Bewertung des Gefährdungsrisikos für ein Kind eine „insoweit erfahrene Fachkraft“ hinzuziehen sollen. Seitdem haben DKSB, BiS und ISA 2.500 Fachkräfte zur „Kinderschutzfachkraft“ fortgebildet. Sie sollen zwischen den Institutionen vermitteln und helfen, die richtigen Entscheidungen zum Wohl des Kindes zu treffen. Weiterlesen »