Beiträge mit dem Tag "Betreuung"

Erzieherin in Herne soll Kindergartenkinder misshandelt haben

Träger schwieg zu lange


© s.media/PIXELIO

Es ist ein Skandal, der sich da in einem Kindergarten in Herne abgespielt hat. Schlimm genug, dass eine Erzieherin Kinder ihrer Gruppe über einen langen Zeitraum misshandelt haben soll. Diese seien gefesselt und eingesperrt worden und hätten ihr eigenes Erbrochenes essen müssen, so die schweren Vorwürfe. Wenn das stimmt, ist das unfassbar.

Aber wirklich empörend finde ich, wie der katholische Träger des Kindergartens reagierte – nämlich sehr lange erstmal gar nicht. Es ist kaum zu glauben, dass die Eltern erst über einen Monat, nachdem Kita-Personal die Vorwürfe in einem Brief geäußert hatte, darüber informiert wurden. Eltern müssen wissen, was mit ihrem Kind passiert – schon allein, um entscheiden zu können: Will ich meinen Sohn oder meine Tochter weiterhin in die Obhut dieser Einrichtung geben oder nicht? In der Zeitung standen verschiedene Gründe, warum das alles so lange gedauert hat. Die kann ich schwer nachvollziehen. Weiterlesen »

 

In einem Jahr soll der Rechtsanspruch für die Betreuung von Kleinkindern gelten

Noch immer fehlen Tausende von Plätzen


Manchmal komme ich mir vor wie eine Lottogewinnerin – mit vier oder vielleicht auch fünf Richtigen. Viele, denen ich von der guten Nachricht erzähle, ziehen anerkennend die Augenbrauen hoch. Denn sie wissen: Ein Kitaplatz für Kinder unter drei Jahren ist selten! Wir hatten Glück und haben für unseren zweijährigen Sohn einen der 16.000 U3-Plätze ergattert, die zum neuen Kindergartenjahr eingerichtet werden.

In einem Jahr soll man dazu kein Glück mehr brauchen. Ab dem 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch darauf, ihr unter dreijähriges Kind betreuen zu lassen – in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Aber schon heute steht fest: Dieses Ziel wird kaum Wirklichkeit werden. Allein in Nordrhein-Westfalen fehlen noch rund 27.000 Plätze. Außerdem mangelt es am Fachpersonal. „Wir haben einfach nicht genug Zeit“, hört man da immer wieder von den Verantwortlichen. Dinge auf den letzten Drücker zu erledigen – das kennen wohl viele aus dem Privat- und Berufsleben. Bei so einer wichtigen Strukturveränderung wie dem Betreuungsausbau ist dieses Auf-die-lange-Bank-Schieben aber schlichtweg unverständlich. Schließlich verlassen sich Tausende von Eltern darauf, dass ab dem nächsten Sommer ihre Kleinkinder kompetent betreut werden. Weiterlesen »

 

Unsinniger Vorschlag zur Zukunft der Schlecker-Mitarbeiterinnen:

Aus der Drogeriekette in die Kita?


Liegt hier die Zukunft der Schlecker-Mitarbeiterinnen

© Dieter Schütz/PIXELIO

“Hallo KITAS – Rettung naht!” So betitelte die Frankfurter Rundschau in der vergangenen Woche eine Karikatur. Ob sie da schon von der aktuellen Idee der Regierung wusste, arbeitslose Schlecker-Mitarbeiterinnen zu Erzieherinnen umschulen lassen zu wollen? Ein Vorschlag, der mich maßlos ärgert, weil er nahe legt, dass im Grunde alle Menschen Kinder betreuen und fördern können.

Um hier erst gar keine Missverständnisse entstehen zu lassen: Die (drohende) Arbeitslosigkeit aller „Schleckerfrauen“ ist ein ernstes Thema und bedarf (auch) der politischen Hilfe. Aber muss es wieder mal der Bildungs- und Erziehungsbereich sein, der als Auffangbecken dienen soll? Natürlich wären unter den früheren Mitarbeiterinnen der Drogeriekette sicherlich einige, die für eine Tätigkeit mit Kindern geeignet wären – aber das trifft sicher längst nicht auf alle zu. Kinder und ihre Förderung sollten uns mehr wert sein. In vielen anderen europäischen Ländern ist eine akademische Ausbildung nötig, um mit kleinen Kindern in der Kita arbeiten zu dürfen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen geht mit ihrem Vorschlag in die völlig falsche Richtung, finde ich. Wir brauchen mehr Qualifizierung in der Kinderbetreuung – und nicht weniger! Weiterlesen »

 

Fachberaterin für Familienselbsthilfe Krista Körbes kommentiert

Betreuungsgeld führt am Ziel vorbei


©WilhelmineWulff/PIXELIOIst das wirklich nötig?

Soll das nun ein Trost dafür sein, dass immer noch nicht genügend Betreuungsplätze zu Verfügung stehen? Müssen sich Frauen jetzt wieder zwischen Beruf und Familie entscheiden?

Ich ärgere mich maßlos über das Betreuungsgeld, das die Regierung kürzlich beschlossen hat. 150 Euro soll eine Familie ab 2013 für jedes Kind unter drei Jahren bekommen, das zu Hause betreut wird. Das kann doch nicht wahr sein! Soll dieses Lockmittel wieder dazu führen, dass Frauen länger nach der Geburt ihres Kindes zu Hause bleiben und als glückliche Hausfrau belohnt werden? Die Entscheidung, ihre Kinder bei einer Tagesmutter oder in einer Kita betreuen zu lassen, liegt doch nicht wirklich bei den Eltern. Es gibt gar nicht genug gute Betreuungsplätze – und das Problem wird auch mit dem Rechtsanspruch ab 2013 nicht gelöst werden. Die Eltern mit dem Betreuungsgeld zu trösten, führt vollkommen am Ziel vorbei. Warum wird dieses Geld nicht zum weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen verwendet, so dass allen Kindern – unabhängig von ihrer Herkunft – schon früh Bildung und Teilhabe geboten werden kann? Weiterlesen »

 

Erster Aktionstag [email protected]

Was brauchen Kinder, wenn ihre Eltern arbeiten?


©GerdAltmann/PIXELIO

Berufstätige Eltern stehen unter Druck. Die Unternehmen fordern von ihnen, immer verfügbar zu sein, flexibel und mobil. Sie wollen diesem Anspruch auch gerecht werden und erfolgreich sein. Auf der anderen Seite sorgen sich berufstätige Eltern aber auch um das Wohl ihrer Kinder. Es gibt ja eine breite Palette von Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen sollen und auch können, zum Beispiel flexible Arbeitszeiten oder Ganztagsbetreuung. Aber für wen sind diese Maßnahmen gut? Nur für die Erwachsenen, die ihre Kinder in ihrer Arbeitszeit betreut wissen wollen? Welchen Platz haben die Bedürfnisse der Kinder?

Diese Fragen stellte der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. beim ersten und brachte auch gleich eine Antwort mit: Ein Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung – sei es im Rahmen einer Kindertageseinrichtung, Kindertagespflege oder Ganztagsschule – ist für Kinder wichtig und richtig. Weiterlesen »

 

KiBiz und die Bildungsreform

Kinderfreundlichkeit geht anders!


Die Perspektive der Kinder hat bei den jetzt erfolgten Entscheidungen zur Revision des Kinderbildungsgesetzes und zur Reform des Bildungswesens offenbar kaum eine Rolle gespielt. Vielmehr ging es um Geld und um Parteiengerangel. Die Kinder wurden dabei offenbar aus dem Blick verloren. Weiterlesen »

 

Debatte um Ausbau der Kinderbetreuung in NRW

Kitas sind zum Wohl der Kinder da


©Dr. Stephan Barth / PIXELIO

©Dr. Stephan Barth / PIXELIO

Anekdote aus dem Alltag einer Kindertagesstätte irgendwo in NRW: Kommt ein werdender Vater, dessen Frau im 6. Monat schwanger ist, in die Kita. Er wolle schon mal sein Kind für einen Platz in der U-3-Gruppe anmelden.

Antwortet die Leiterin mit hochgezogen Brauen: Versprechen könne sie nichts, die Familie komme auf die lange Warteliste. Er hätte sich viel früher melden müssen. Der Mann fragt zurück: „Wann? Etwa kurz nach der Befruchtung?“ Weiterlesen »

 

So leicht können Familien entlastet werden

7 Prozent Mehrwertsteuer auf Kinderartikel!


19 Prozent – so hoch ist in der Regel die Mehrwertsteuer in Deutschland. Nur für wirklich wichtige Produkte gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent. So sollte man jedenfalls annehmen. Lebensmittel, Bücher, Kunst und der Personennahverkehr werden so begünstigt. Aber auch Rennpferde, Hotelübernachtungen, Skilifte und Trüffel… Warum aber gelten 7 Prozent Mehrwertsteuer nicht für Kinderartikel?

Genau das fordert die Initiative „7 Prozent – Mehrwert gerecht steuern“, die von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) und dem Unternehmen JAKO-O getragen wird. Kooperationspartner ist das deutsche Kinderhilfswerk. Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) unterstützt diese Forderung. Familien mit Kindern müssen bei der allgemeinen Preissteigerung schnell und gezielter entlastet werden! Weiterlesen »

 

Diskussion um die Revision des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)

Restzeiten-Betreuung ist keine Tagespflege


Leider passiert es immer wieder: Erwachsene begründen die Befriedigung eigener Bedürfnisse mit dem Wohl der Kinder. Diesmal geht es um das umstrittene Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz). Zur Zeit diskutieren in Nordrhein-Westfalen verschiedene Verbände – darunter der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW (DKSB LV NRW) die Revision des KiBiz – auch bei der Kindertagespflege. Nach derzeit gültiger Rechtslage dürfen bis zu acht Kinder in einer Pflegestelle betreut werden. Von diesen sollen nur fünf gleichzeitig anwesend sein. Ob diese Vorgabe tatsächlich eingehalten wird, ist zweifelhaft. Daher ist zu begrüßen, dass es zukünftig bei fünf Kinder bleiben soll. Aus dem „Forum Förderung von Kindern“ werden dagegen Stimmen laut, es bei der alten Regelung zu lassen. Weiterlesen »

 

Kinderfeindlichkeit in Cafés?

Gastfreundlichkeit für Babys und Kinder


„Unser Café ist für Erwachsene, die sich aus dem Alltag zurückziehen wollen“, heißt es auf einem Aushang in einem Frankfurter Café, das in einem kinderreichen Stadtteil liegt. Doch die Kleinen nerven die Besitzer: „Leider wird unser Café allzu oft mit einem Kinderhort  oder heimischen Wohnzimmer gleichgesetzt oder verwechselt.  Wir können nicht zulassen, dass sich diese Unterscheidung verliert.“ Die Frankfurter Rundschau berichtete darüber unter dem Titel „Kinder sind hier unerwünscht.” Was  war  geschehen? Weiterlesen »