Beiträge mit dem Tag "Bundesverfassungsgericht"

Gemeinsame Sorge nicht verheirateter Eltern

Ende der Diskriminierung nicht verheirateter Väter?


Foto: Nicole Celik, pixelio.de

Viele von der Mutter getrennt lebende Väter atmen auf: Denn mit seiner Entscheidung vom 03.12.2009 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg (EuGHMR) die in Deutschland geltenden Regeln für das Sorgerecht nicht verheirateter Eltern als einen Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verurteilt. Damit wäre eine nicht zu rechtfertigende Diskriminierung nicht verheirateter Väter gegenüber geschiedenen Vätern verbunden.

Der Gesetzgeber muss nun eine Lösung finden, mit der diese Diskriminierung beendet wird. Dafür gibt es prinzipiell zwei Wege: Entweder bekommen beide Elternteile – unabhängig von der Form des Zusammenlebens – mit der Feststellung der Elternschaft das gemeinsame Sorgerecht, es sei denn die Mutter widerspricht („Widerspruchsmodell“). Oder der Vater bekommt das Sorgerecht gegen den Willen der Mutter erst nach einer familiengerichtlichen Entscheidung („Antragsmodell“).

Der DKSB setzt sich prinzipiell für das gemeinsame Sorgerecht beider Elternteile ein – unabhängig von ihrem Familienstand. Nur so kann die gemeinsame Verantwortung der Eltern für ihr Kind anerkannt und gestärkt werden. Kinder haben ein Recht auf Vater und Mutter, unabhängig davon, für welche Lebensform diese sich entschieden haben.

Lesen Sie zu diesem Artikel auch http://www.bmj.bund.de/ Hier gibt es eine pdf-Datei zu den Gerichtsentscheidungen zum Download: Fragen und Antworten zum Sorgerecht. Viele weitere juristische Informationen bietet: http://www.zkj-online.de/