Beiträge mit dem Tag "Chancengleichheit"

Fachtag informierte über "Inklusion aus der Sicht des Kindes"

Inklusion ist nötig und machbar


„Inklusion – was ist das denn?“ Das ist eine gängige Frage, die nicht nur auf der Familienfeier oder im Sportverein kommt. Auch Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, wissen oft nicht, was sie mit dem Begriff anfangen sollen. „Hat das nicht irgendwas mit Behinderungen zu tun?“, vermuten manche. Aber was? Inklusion hat noch keinen Platz in der öffentlichen Diskussion gefunden – und das ist im Grunde ein Skandal. Denn Kinder haben ein Recht auf Inklusion – aber wie kann das umgesetzt werden, wenn viele gar nicht wissen, wovon die Rede ist? Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. setzt auf Information – und lud zu einem Fachtag nach Erkelenz ein mit dem Thema „Inklusion aus der Sicht des Kindes“.
„Vielfalt macht stark“ – das ist einer der Grundgedanken der Inklusion. Das Ziel ist, dass  Kinder – ob mit oder ohne Behinderung – ihren Alltag zusammen verbringen, etwa in der Kindertagestagesstätte, der Schule oder in der Freizeit. Gedankliche Grundlage der Inklusion ist ein verändertes Menschenbild. Behinderung wird nicht als persönliches Defizit verstanden, sondern als Ausdruck menschlicher Verschiedenheit. Jedes Kind bekommt in inklusiven Einrichtungen die Teilhabe, Hilfe und Unterstützung, die es braucht – ob in der Schule, im Kinderchor oder dem Sportverein. Jeder Junge und jedes Mädchen gilt als Gewinn, das die anderen etwas lehrt. Ein schönes Ziel. Weiterlesen »
 

KiBiz und die Bildungsreform

Kinderfreundlichkeit geht anders!


Die Perspektive der Kinder hat bei den jetzt erfolgten Entscheidungen zur Revision des Kinderbildungsgesetzes und zur Reform des Bildungswesens offenbar kaum eine Rolle gespielt. Vielmehr ging es um Geld und um Parteiengerangel. Die Kinder wurden dabei offenbar aus dem Blick verloren. Weiterlesen »

 

So leicht können Familien entlastet werden

7 Prozent Mehrwertsteuer auf Kinderartikel!


19 Prozent – so hoch ist in der Regel die Mehrwertsteuer in Deutschland. Nur für wirklich wichtige Produkte gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent. So sollte man jedenfalls annehmen. Lebensmittel, Bücher, Kunst und der Personennahverkehr werden so begünstigt. Aber auch Rennpferde, Hotelübernachtungen, Skilifte und Trüffel… Warum aber gelten 7 Prozent Mehrwertsteuer nicht für Kinderartikel?

Genau das fordert die Initiative „7 Prozent – Mehrwert gerecht steuern“, die von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) und dem Unternehmen JAKO-O getragen wird. Kooperationspartner ist das deutsche Kinderhilfswerk. Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) unterstützt diese Forderung. Familien mit Kindern müssen bei der allgemeinen Preissteigerung schnell und gezielter entlastet werden! Weiterlesen »

 

Kleiner "großer" Film einer Nachwuchs- Regisseurin

Armut kennt viele Geschichten


Eine Lehrerin tritt vor eine Grundschulklasse und fragt: „Was war denn euer schönster Tag in der letzten Woche?“ Viele Kinder melden sich, doch die Lehrerin ruft den kleinen Max auf, der gedankenverloren in sein Heft malt. „Wir haben einen schönen Ausflug gemacht mit der ganzen Familie“, beginnt er schüchtern und erzählt von märchenhaften Erlebnissen…

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Kinderarmut bekämpfen vor Ort

Patenprojekt: “Große helfen Kleinen”


Karate dank Patenschaft, Foto: DKSB Rhein.-Berg. Kreis

Seit fünf Jahren bewegt der Kinderschutzbund Kreisverband Rheinisch-Bergischer  Kreis e.V. Bürger und Unternehmen dazu, Patenschaften der besonderen Art zu übernehmen –  für Kinder, die unter Armut leiden. „Große helfen Kleinen“ heißt das Projekt.  321 Mädchen und Jungen konnten so an Reit- und Schwimmkursen, Musik-Unterricht und an vielem mehr teilnehmen.

Auch Kimberley, 14jährige Tochter einer allein erziehenden Mutter, kann jetzt Badminton in einem Verein spielen. Was, wenn es die Hilfe durch den Ortsverband nicht geben würde?

„Dann könnten wir eine Woche nichts mehr essen. Aber das geht ja nicht. Wir hätten uns das also gar nicht leisten können“, antwortet ihre Mutter. Weiterlesen »

 

Gemeinsames Lernen für alle Kinder

Eine Schule für alle!


Foto: Stephanie Hofschläger, pixelio.de

Am 26.03.2009 ist in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention (“Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen vom 13.12.2006″) in Kraft getreten. In dieser Übereinkunft verpflichten sich die Vertragsstaaten, Menschen mit Behinderungen einen angemessenen Lebensstandard und sozialen Schutz zu sichern. Zentraler Begriff der Konvention ist die “Inklusion”, die das überkommene Verständnis von Integration sogenannter Behinderter ablösen soll.

Inklusion bedeutet Verwirklichung von echter Teilhabe beeinträchtigter Menschen am gesellschaftlichen Leben statt bloß eine „gut gemeinte“ Rücksichtnahme der Gesellschaft auf Handicaps. Mit diesem demokratischemVerständnis von Vielfalt und Wertschätzung menschlicher Individuen sind eine Reihe von gesellschaftlichen Herausforderungen verbunden. Der DKSB setzt den Gedanken der Inklusion vor allem durch seine aktive Unterstützung des Gedanken des gemeinsamen Lernens aller Kinder, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen sowie von ihrer ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft  in allen Schulformen um. Diskriminierungsfreie Teilhabe an Bildung ist eine wesentlicher Schlüssel für die Chancengleichheit aller Menschen.

Lesen Sie dazu auch www.eine-schule-fuer-alle.de und zur wissenschaftliche Vertiefung: www.efh.bochum.de/homepages/degener/index.htm .

 

Sofortprogramm gegen Kinderarmut

Die neue Landesregierung in die Pflicht nehmen


Foto: Jens Weber, pixelio.de

Die “Memorandum-Gruppe gegen Kinderarmut”, zu der DKSB, AWO, Paritätischer Wohlfahrtsverband, DGB NRW und GEW NRW gehören, wird auch die neue Landesregierung nicht in Ruhe lassen. Sie muss die Folgen der immer noch erschreckend hohen Kinderarmut in NRW konsequent bekämpfen.

Im Herbst wird die Gruppe ein Sofortprogramm vorlegen. Es geht dabei nicht nur um NRW. Was das Land nicht aus eigener Kraft verändern kann, muss es durch Druck über den Bundesrat auf Bundesebene anpacken. Dazu gehören eine adäquate Finanzausstattung der Kommunen und die Verhinderung einer weiteren finanziellen Aushungerung der Hartz-IV-Familien, z. B. durch Wegfall des Elterngeldes, Kürzung der Kinderzuschläge und geringere Übernahme von Wohnungskosten.

Für NRW geht es konkret um acht Handlungsfelder:

  • kostenfreier Zugang zu den Einrichtungen der Erziehung, Bildung und Betreuung
  • gemeinsames Lernen von der ersten bis zur letzten Klasse
  • bedarfsgerechter Einsatz von Familienhebammen für eine verlässliche Betreuung und Begleitung von Problemfamilien
  • Rechtsanspruch auf Familienbildung von Anfang an
  • auskömmliche Finanzausstattung von Familienzentren bei Ausweitung des Angebots
  • gezielte Ansprache von armen Familien, damit sie ab dem 6. Monat das Angebot der Kindertageseinrichtungen nutzen
  • Weiterentwicklung der offenen Ganztagsschule als Instrument der Armutsprävention
  • Kinder- und Jugendhilfe mit den Leistungen der Gesundheitshilfe verknüpfen.

Kinderarmut darf die in Kindern schlummernden Potentiale nichtvernichten. Fitte Kinder braucht das Land! Mehr dazu hier:

http://www.kinder-verdienen-mehr.de/

 

Chancengleichheit fängt im Kindergarten an

Kinderbildungsgesetz vor “Totalrevision”


In Ihrer Koalitionsvereinbarung haben SPD und GRÜNE  versprochen, das sog. Kinderbildungsgesetz (KiBiz)  einer „Totalrevision“  zu unterziehen. Ein schwieriges Unterfangen für eine Minderheitsregierung. Welche Erwartungen verbergen sich hinter dem Begriff „Totalrevision“?

Für die einen mag es schon genügen, wenn es mehr Plätze für Kinder unter drei Jahre (“U3″) und alle rechtsanspruchsberechtigten Kinder ab 3 Jahren gibt und dafür die Pro-Kopf-Pauschalen bedarfsgerecht angepasst werden.

Für den DKSB reicht das bei weitem nicht aus. Weiterlesen »

 

Regierungsplan stigmatisiert Familien mit Hartz-IV-Bezug

Arme Kinder mit Chipkarte


Das am 1. September vom Bundeskabinett verabschiedete sogenannte Sparpaket macht arme Eltern von armen Kindern noch ärmer. Wer kein ausreichendes Erwerbseinkommen hat, bekommt seit eh und je kein Kindergeld. Nun soll für diese Familien auch noch das Basiselterngeld entfallen. Sollte das so realisiert werden, bleibt für die Kinder nur noch der Regelsatz nach SGB II („Hartz IV“) übrig. Dieser Regelsatz  ist laut Bundesverfassungsgericht eine „freihändige Setzung ohne empirische und methodische Fundierung“, da sie nicht in der Lage sei, dem konkretem kinderspezifischem Bedarf gerecht zu werden. Bis zum Jahresende 2010 soll deshalb die Bundesregierung eine neue Regelsatzstruktur entwickeln, die „alle existenznotwendigen Aufwendungen folgerichtig in einem transparenten und sachgerechten Verfahren nach dem tatsächlichen Bedarf, also realitätsgerecht“, bemisst.

Das Jahr neigt sich nun seinem Ende zu und alle warten gespannt auf das Ergebnis des Verfassungsgerichtsauftrags. Da wird die staunende Öffentlichkeit überrascht mit dem Regierungsplan, den spezifischen Regelbedarf für Kinder mit einem “Chipkartenverfahren” zu befriedigen. Weiterlesen »

 

Bewegungsmangel macht krank

Kindergesundheit ist Kinderschutz


Foto: Sparkie, pixelio de

Das Thema Kindergesundheit hat sich im Deutschen Kinderschutzbund NRW in den letzten Jahren zu einem eigenständigen Fachbereich entwickelt. Denn in der jüngsten Vergangenheit haben sich Hinweise dafür gemehrt, dass die Gesundheit unserer Kinder keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Während Akuterkrankungen aufgrund medizinischer Fortschritte und verbesserter Grundversorgung deutlich zurück gegangen sind, wächst gesamtgesellschaftlich die Zahl der Mädchen und Jungen, die an chronischen Erkrankungen und Krankheitsvorstufen leiden.

In dieser Veränderung im Krankheitsspektrum bei Kindern und Jugendlichen wird die Kehrseite von technischem Fortschritt und Wirtschaftswachstum ersichtlich. Früher gängige gesundheitsförderliche Verhaltensmuster (z. B. zu Fuß zur Schule gehen) bekommen zunehmend Exklusivcharakter, denn sie sind nicht mehr tägliche Lebensgewohnheit. Dagegen werden gesundheitsschädliche Verhaltensmuster (z. B. stundenlanges Fernsehen) zunehmend alltäglich in vielen Kinderbiografien.

Besonders betroffen von den negativen Auswirkungen gesellschaftlicher Wandlungsprozesse sind Mädchen und Jungen aus sozial benachteiligten Familien. Sie  können die veränderten Lebensbedingungen, wie z.B. die Verknappung von Freiflächen zum Spielen,  häufig nicht in gleicher Weise kompensieren wie Kinder aus besser gestellten Familien, wie z. B. durch die Nutzung von institutionellen Sport- und Bewegungsangeboten.

Aufgrund der Wechselwirkung von sozialer Ungleichheit und gesundheitlicher Ungleichheit fällt die Förderung der Kindergesundheit aus Sicht des Kinderschutzbundes NRW nicht allein in den Verantwortungsbereich der Gesundheitshilfe. Vielmehr ist hier auch die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe gefordert, Kinder zu ihrem in der UN-Kinderrechts-Konvention Weiterlesen »