Beiträge mit dem Tag "Fernsehen"

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte das Format von Anfang an kritisiert

DSDS Kids endet mit einem Flop


Die erste Staffel der Kinderausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“ ist vorbei und bleibt hoffentlich auch die einzige – die miesen Quoten sprechen jedenfalls für sich. Das Format konnte wohl nicht nur den Kinderschutzbund nicht überzeugen.

„DSDS Kids“ gehört nicht ins Fernsehen – diese Meinung hat der Deutsche Kinderschutzbund von Anfang an vertreten. Kinder – süß, ehrlich und hoffnungsvoll – sind nicht dazu da, miese Quoten aufzubessern. Sie sind nicht dazu da, die ehrgeizigen Träume ihrer Eltern zu erfüllen. Und auch nicht, um von der Jury mit klebrigem Lob überschüttet zu werden. Bei „DSDS Kids“ ging es nicht um die Interessen der Kinder, auch wenn es RTL in der Öffentlichkeit beharrlich so dargestellt hat.

Obwohl dieses Format jetzt in das Archiv des Senders wandert, verfolgt der Deutsche Kinderschutzbund das Fernsehprogramm, vor allem das der Privatsender, nach wie vor kritisch. Immer wieder werden bei Castingshows oder Reality-Formaten die Rechte von Kindern und Jugendlichen verletzt. Sender und Produktionsverantwortliche sollten sich mit den Kinderrechten vertraut machen und die Folgen ihrer Sendung für die Jungen und Mädchen prüfen. Denn die Fernsehmacher werden nur im Abspann genannt; die Kinder aber treten mit ihrer ganzen Person auf – und das kann sie unter Umständen jahrelang verfolgen. Schließlich gab es von insgesamt knapp 38.000 Bewerbern nur einen einzigen Gewinner – alle anderen Kinderhände sind komplett leer ausgegangen. Die Rechte und Gefühle von Kindern wiegen schwerer als die Quote. Deswegen sprechen wir uns nach wie vor für eine gesetzliche Grundlage aus, die Kinder bei der Produktion von Fernsehsendungen schützt. RTL sollte jedenfalls einsehen: Das Format „DSDS Kids“ ist kläglich gescheitert!

 

Am Samstag lief die erste Sendung von „DSDS Kids“ im Fernsehen

Süß und hoffnungsvoll – Kinder als Quoten-Zugpferde


©Birgit H/PIXELIO

„Bei `DSDS Kids` sind alle Kinder Gewinner“, verkündet RTL vollmundig auf seiner Internetseite. Ob das Julius, Pina, Erisa und all die anderen, die in der Castingshow ausgeschieden sind, auch so sehen? Am Samstag standen sie in der ersten Kinderausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“ auf der ganz großen Showbühne – und heute ist wieder Schule angesagt. Und mit Sicherheit bleibt das Gefühl der Niederlage – auch wenn die Kommentare der TV-Jury mit Unmengen von verbalem Zuckerguss überzogen waren. Für viele Menschen vor dem Fernseher war das öde und belanglos. Und für die Kinder auf der Bühne? RTL benutzt sie, um die miese Quote von DSDS aufzubessern – und hat dabei vorrangig sein eigenes Interesse im Sinn. Um die Kinder und ihr Gesangstalent geht es nur am Rande. Wer wie der Moderator Daniel Aßmann ein Mädchen mit „kleine Maus“ anredet, nimmt Kinder nicht erst und tut noch nicht einmal so. Und Dieter Bohlen? Der Wolf im Schafspelz, der Kandidaten-Kinder herzt – das passt eben nicht zusammen.
„DSDS Kids“ gehört nicht ins Fernsehen – auch wenn das berühmt-berüchtigte Konzept von „Deutschland sucht den Superstar“ bis zur Unkenntlichkeit weichgespült und glattgebügelt war. Nein, es gab keine gemeinen Sprüche, keine anzüglichen Kleider und anscheinend auch keine groben Verletzungen der Arbeitszeiten, die für Kinder gelten. Dennoch brauchen wir keine Sendung, in der unzählige Kinder ausgesiebt und viele dem übergroßen Ehrgeiz ihrer Eltern ausgesetzt sind. Und was ist mit den Erfolgreichen? Wie gehen die ersten Finalisten damit um, dass sie ab heute vielleicht auf der Straße erkannt werden?
RTL hofft, mit „DSDS KIDS“ ein erfolgversprechendes Format erfunden zu haben. Im Moment lässt der Erfolg allerdings noch auf sich warten. Nur 3,62 Millionen Menschen wollten die Show sehen; eine mäßige Quote. Vielleicht erledigt sich „DSDS Kids“ bald von selbst. Dafür hat RTL aber keine Telefonnummer zum Abstimmen eingeblendet. Schade. Ich würde ganz sicher dafür anrufen.
 

Vor „Deutschland sucht den Superstar“ sind bald nicht mal mehr Kindergartenkinder sicher

Je schlechter die Quoten, desto absurder die Ideen


„Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) rutscht immer tiefer ins Quotenabseits, und die Macher scheinen nun alles in Kauf nehmen zu wollen, um Herrn Bohlen und die RTL-Family wieder zum Lachen zu bringen. Der Sender plant jetzt eine Kinderversion der Castingshow für vier-bis 14-Jährige.
„Du, wenn ich meinem Hund eine Currywurst in den Arsch schiebe, dann macht er solche Geräusche!“ oder „Ich hab´ Freunde und wenn die auf dem Oktoberfest neben´s Bierzelt kotzen oder so ist das echt rhythmischer als das, was du hier so bringst.“ Diese und andere heftige Sprüche sind die Regel bei Herrn Bohlen, wenn es darum geht, die Castingmitglieder beim Singen zu bewerten. Dabei muss es natürlich ordentlich zur Sache gehen, Nettigkeiten sind hier völlig fehl am Platz. Weiterlesen »
 

Scripted Reality ersetzt die Doku-Soap

Vom Regen in die Traufe


©Michael Hirschka/PIXELIO

Seit einiger Zeit steht vor allem das Nachmittagsprogramm der großen privaten Fernsehsender ganz im Zeichen der „scripted reality“. Ein Format, das vorgibt, Realität abzubilden, aber von Laien nach Drehbuch (Script) gespielt wird. Dabei haben die Darsteller meist das Drehbuch nicht gesehen, sondern agieren nach Regieanweisung. Dem Zuschauer wird – zu Beginn und am Ende der Sendung – durch eine eher unauffällige Einblendung mitgeteilt: Handelnde Personen sind frei erfunden. So könnten wir eigentlich erleichtert aufatmen: keine Bloßstellung der Protagonisten mehr, keine Gefahr, dass vor allem Kinder unter den Folgen leiden. Doch so einfach ist es leider nicht.

Abgesehen von den erwähnten Einblendungen tun die Macher alles, um Realität vorzuspiegeln. So werden Autokennzeichen geschwärzt, gelegentlich Gesichter gepixelt, grobe Schimpfwörter durch Piepton unkenntlich gemacht. Und die kommentierenden Sprecher formulieren Sätze wie: „Da durften wir mit der Kamera dabei sein“ oder auch „ Familie S. wollte dieses Gespräch ohne unsere Kamera führen.“ Weiterlesen »

 

Ärger über eine sehr einseitige Diskussion am Sonntag bei Günther Jauch in der ARD

Viel Polemik und kaum Antworten


©Rainer Sturm/PIXELIO

„Hilfeschreie, die niemand hört – wer versagt beim Kinderschutz?“ Diese Frage diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen in der ARD. Ein wichtiges Thema zur besten Sendezeit. Daraus wurde allerdings für mich schnell der ärgerlichste Fernsehabend der letzten Zeit. Die Diskussion lief so einseitig und zum großen Teil inkompetent, dass ich nur noch mit Mühe zuschauen konnte.
Anlass der Sendung waren zwei Todesfälle von Kindern aus den vergangenen Wochen. Die elfjährige Chantal starb in Hamburg in ihrer Pflegefamilie an einer Überdosis des Drogenersatzstoffes Methadon. Die zweijährige Zoe erlag in Berlin wahrscheinlich den Verletzungen einer schweren Misshandlung. Haben dabei nicht nur die Eltern, sondern auch die Jugend- und Sozialämter versagt? – so die Fragestellung der Sendung.

Antworten lieferten Johannes Kahrs (ehemaliger Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses in Hamburg), Heinz Buschkowsky (Bezirksbürgermeister Berlin-Neukölln), Katia Saalfrank (Diplom-Pädagogin und frühere „Super-Nanny“), Marita Meissner (Sozialarbeiterin im Jugendamt Gelsenkirchen) und Peter Hahne (ZDF-Moderator, Bild am Sonntag). Diese Zusammensetzung der Gäste wurde dem sehr komplexen Thema in keiner Weise gerecht. Wieso fehlte ein Vertreter der freien Träger, die während der gesamten Sendung undifferenziert zum Sündenbock gemacht wurden? Wo waren wirkliche Vertreter/innen des Kinderschutzes? Positiv fand ich lediglich Marita Meissner, die 27jährige Sozialarbeiterin des Jugendamtes Gelsenkirchen, die kompetent und überzeugend ihre Position vertreten und die große Bandbreite des Themas Kinderschutz dargestellt hat. Ansonsten waren die Gäste eher enttäuschend – mit dem Schlusslicht Peter Hahne, dessen Polemik völlig fehl am Platze war. Weiterlesen »

 

RTL setzt heftig kritisierte Sendung ab

Good bye, Super Nanny


Bitte nicht mehr weiter gehen!

©HenrikGVogel/PIXELIO

Die Ära „Super Nanny“ ist nun vorbei – zum Glück. Seit 2004 wurde mittwochs fleißig zur besten Sendezeit eine Familie öffentlich zur Schau gestellt und die Kinder auf übelste Weise instrumentalisiert. Heulen, Kloppen und Brüllen bis zum Umfallen.

Schließlich lautete sieben Jahre lang das Motto: Je mehr Drama, desto besser ist die Quote! Die voyeuristisch veranlagten Zuschauer vor dem Fernseher wollen ja nicht einschlafen, sondern eine spannende Unterhaltungssendung genießen! Mit der ersten Ausstrahlung dieses Formats war schnell klar: Es geht nicht um pädagogische Betreuung und Hilfestellung für überforderte Familien, sondern um die entwürdigende Darstellung von Kindern und ihren Familien im besten Interesse einer hohen Einschaltquote.

Der Deutsche Kinderschutzbund hat sich seit der ersten Folge immer wieder kritisch zu diesem Format geäußert und das Absetzen dieser „Wir tun alles dafür, damit die Familie heulend vor der Kamera zusammenbricht“-Serie gefordert – zuletzt noch im Oktober dieses Jahres in Form eines Offenen Briefes. Die Tatsache, dass in einigen der Ausstrahlungen Gewalt gegen Kinder durch die Eltern ausgeübt wurde, ohne dass die Super Nanny oder das Kamerateam eingeschritten waren, hat nicht nur den Deutschen Kinderschutzbund, große Teile der Bevölkerung und anerkannte Organisationen der Jugendhilfe entsetzt, sondern auch die Kommission für Jugendmedienschutz. Diese hat im April dieses Jahres für eine Folge „Super Nanny“ aus dem vergangenen Jahr ein Bußgeld in Höhe von 30.000 Euro verhängt. Doch was sind schon 30.000 Euro für RTL? Peanuts! Weiterlesen »

 

Bußgeld, weil „Die Super Nanny“ (RTL) gegen Menschenwürde verstößt

DKSB begrüßt Entscheidung der Kommission für Jugendmedienschutz


Immer wieder schlägt die Mutter zu. Auf dem Sofa liegt, ja krümmt sich ihre fünfjährige Tochter. Es solle sich anziehen, schreit die Mutter verzweifelt. Fast schon apathisch ist das Mädchen,  kann kaum noch weinen. Mit leiser dramatischer Musik unterlegt, wird diese Szene einige Male wiederholt – bis endlich nach einer gefühlten Ewigkeit die Heldin erscheint und sich empört. Keine Szene aus einem Hollywood-Thriller, sondern aus einer Folge „Die Super Nanny“ vom 5. Mai letzten Jahres. Eine Sendung mit “unerwünschten Nebenwirkungen” für RTL. Weiterlesen »

 

Angst vor Online-Spielsucht oft unbegründet

Eltern finden Wege durch den Mediendschungel


Logos einiger "sozialer Netzwerke"

 

„Farmville“, „Cityville“ und „Happy Aquarium“ sind zurzeit die größten virtuellen Magneten. Sie ziehen weltweit Millionen von Spielern in den Bann. Diese so genannten Social Games werden in den sozialen Netzwerken wie facebook oder schülerVZ und studiVZ  angeboten. 

In aller Regel sind die Spiele kostenlos. Gebühren entstehen allerdings, wenn sich die Spieler zusätzliche Wünsche erfüllen bzw. sich Vorteile verschaffen wollen, zum Beispiel ein „schönes Auto fahren“ oder „besondere Blumen anpflanzen“ möchten. 

Spiele wie diese kosten nicht nur Nerven, sondern auch viel Zeit. Die Spieler sitzen nicht selten stundenlang vor dem Rechner, damit sie auch ja alle Errungenschaften in der virtuellen Welt bestens pflegen können. 

Eltern und Erziehende haben dagegen kaum Einblicke in die Spielekultur. Nur zu mahnen ist wenig hilfreich und glaubwürdig.  Dennoch sollten Spieler und Eltern die Zeit, die im Internet verbracht wird, im Blick behalten. Allerdings befürchten die Eltern viel zu oft und schnell „Internetsucht“ oder „Computersucht“ Weiterlesen »

 

Wege durch den Mediendschungel

Elternkursleitungen sind startklar


Vom Tablet-PC fasziniert: Teilnehmer/innen des Kurses,  in der Mitte die Autorin / Foto: DKSB NRW

Susanne Hentschel und ich haben die erste NRW-Schulung zur Elternkursleitung „Wege durch den Mediendschungel – Kinder und Jugendliche sicher in der Medienwelt begleiten“ in Kooperation mit der Bildungsakademie BiS erfolgreich durchgeführt. Wir freuen uns, dass es dabei mit viel Spiel, Spaß und Spannung zuging!

14 Teilnehmer/innen erwarben in zwei Blöcken à zwei Tagen die Zusatzqualifikation zur Durchführung von medienpädagogischen Elternkursen. Nun besitzen sie umfassende Informationen und kennen verschiedene Materialien für die Medienerziehung mit Fernsehen, Handy, sowie Internet, PC – und Onlinespiele.

Die Fähigkeit zur Medienkompetenz beinhaltet auch die „medienbiographische Selbstreflexion“, das heißt: Wie haben Erwachsene im Laufe ihres Lebens selbst die Medien erlebt? Schließlich sollen auch Eltern über ihr eigenes Verhältnis zu den Medien nachdenken und die alltäglichen Herausforderungen im Umgang mit medialen Inhalten selbstsicher anpacken. Großen Wert legten wir darauf, individuelle Fähigkeiten und Vorkenntnisse zu vertiefen und viel Raum für Diskussionen  zu bieten.

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RTL: Werbung und Wirklichkeit

Arme Kinder als Soap-Darsteller? Ohne uns!


“RTL – Wir helfen Kindern” – so strahlt es uns jetzt in der Vorweihnachtszeit von großen Plakatwänden entgegen. Geworben wird da für einen Spendenmarathon für benachteiligte Kinder in In- und Ausland. Das ist eine gute Sache. Aber wenn man gleichzeitig von der neuen TV-Serien-Planung  hört, entstehen doch eine ganze Menge Fragezeichen. Im Augenblick sucht eine Fernseh-Produktionsfirma Familien für ein neues – wieder mal in England abgegucktes – Reality-Format. In England nennt es sich „Wie die andere Hälfte lebt“ und wird auf Channel 4 ausgestrahlt.

Worum geht es darin? “Gut situierte” Familien sollen über einen Zeitraum von 3 Monaten “armen” Familien helfen. Schöne Idee – wenn nicht die Kamera immer dabei wäre. Weiterlesen »