Beiträge mit dem Tag "Inklusion"

Kinderschutzbund zeigte Inklusions-Dokumentation in einer Film-Matinee

Andere sind anders – und das ist gut so


© W-film/D. Wenders

Mir sind gestern den ganzen Tag über vier Kinder nicht mehr aus dem Kopf gegangen: David, Jakob, Lucas und Anita. Sie sind Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller in dem Dokumentarfilm “Berg Fidel – Eine Schule für alle”. Im Rahmen einer Film-Matinee des DKSB Landesverbandes und des Ortsverbandes Wuppertal sorgten insbesondere diese Kinder für Emotionen pur. Alle vier haben unterschiedliche Behinderungen und waren doch gemeinsam auf einer Grundschule in Münster.

Dort arbeitet man inklusiv, das heißt: Alle Kinder des Viertels werden aufgenommen – egal aus welchem Kulturkreis oder Milieu sie stammen, ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Der Film lässt fast nur die Kinder zu Wort kommen. Sie reden über sich, über ihre Schule und über das Anders-Sein. Inklusion ist ja ein sehr sperriges Wort, das für mich nach dem Film viel lebendiger geworden ist. Wir können das Thema nicht nur fachlich und politisch diskutieren, sondern müssen es – auch wenn es pathetisch klingt – auch menschlich betrachten.

Ich war sehr berührt davon, was die Kinder der Grundschule Berg Fidel an emotionalen und sozialen Kompetenzen gewonnen haben – und an Selbstbewusstsein. Andere sind anders als ich – und das ist gut so. Wenn Kinder das in der Schule lernen, ist viel für die Gesellschaft gewonnen. Gibt es bessere Argumente für inklusive Schulen?

Nähere Infos zum Film finden Sie hier.

Der DKSB in Nordrhein-Westfalen macht sich seit längerem stark für Inklusion. Die Delegierten auf der Landesmitgliederversammlung im April haben sich in der
„Erkelenzer Erklärung“ ausdrücklich dafür ausgesprochen und stellen konkrete Forderungen auf.

 

Fachtag informierte über "Inklusion aus der Sicht des Kindes"

Inklusion ist nötig und machbar


„Inklusion – was ist das denn?“ Das ist eine gängige Frage, die nicht nur auf der Familienfeier oder im Sportverein kommt. Auch Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, wissen oft nicht, was sie mit dem Begriff anfangen sollen. „Hat das nicht irgendwas mit Behinderungen zu tun?“, vermuten manche. Aber was? Inklusion hat noch keinen Platz in der öffentlichen Diskussion gefunden – und das ist im Grunde ein Skandal. Denn Kinder haben ein Recht auf Inklusion – aber wie kann das umgesetzt werden, wenn viele gar nicht wissen, wovon die Rede ist? Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. setzt auf Information – und lud zu einem Fachtag nach Erkelenz ein mit dem Thema „Inklusion aus der Sicht des Kindes“.
„Vielfalt macht stark“ – das ist einer der Grundgedanken der Inklusion. Das Ziel ist, dass  Kinder – ob mit oder ohne Behinderung – ihren Alltag zusammen verbringen, etwa in der Kindertagestagesstätte, der Schule oder in der Freizeit. Gedankliche Grundlage der Inklusion ist ein verändertes Menschenbild. Behinderung wird nicht als persönliches Defizit verstanden, sondern als Ausdruck menschlicher Verschiedenheit. Jedes Kind bekommt in inklusiven Einrichtungen die Teilhabe, Hilfe und Unterstützung, die es braucht – ob in der Schule, im Kinderchor oder dem Sportverein. Jeder Junge und jedes Mädchen gilt als Gewinn, das die anderen etwas lehrt. Ein schönes Ziel. Weiterlesen »