Beiträge mit dem Tag "Kindergrundsicherung"

Neue Studie belegt: Kinderarmut in einigen Bereichen Nordrhein-Westfalens gestiegen

Kein Geld – und jetzt?


DKSB/Susanne Tessa Müller

„Armut ist in einem reichen Land wie Deutschland relativ“, fand die damalige Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen vor gut einem Jahr. Mittlerweile liegt eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung vor. Eines der für mich wichtigsten Ergebnisse: Kinderarmut stieg in einigen Regierungsbezirken Nordrhein-Westfalens deutlich an. Die meisten Mädchen und Jungen in einkommensschwachen Haushalten lebten 2012 in den Regierungsbezirken Düsseldorf (186.000), Köln (145.000) und Arnsberg (143.000).

Wenn Kinder in Haushalten mit geringem Einkommen groß werden, sind sie grundsätzlich schlechter versorgt als andere. 9,7 Prozent der Jungen und Mädchen in einkommensschwachen Familien in Westdeutschland haben etwa keine ausreichende Winterkleidung; 27,3 Prozent von ihnen leben in zu kleinen Wohnungen. In der Kindheit wenig Geld zur Verfügung zu haben wirkt sich auf das ganze Leben aus. Das zeigt sich in der Studie etwa darin, dass soziale und kulturelle Aktivitäten in ärmeren Familien kaum stattfinden. Weiterlesen »

 

536 Euro an Kindergrundsicherung im Monat würde die Kinderarmut deutlich verringern

Sinnvoll und wirtschaftlich machbar


© Susanne Tessa Müller/DKSB

Eine neue Winterjacke, Wachsmaler für die Schule, Weihnachtsgeschenke… Kinder kosten Geld, das ist klar. Aber viele Eltern können ihnen selbst die einfachsten Dinge des Lebens nicht ermöglichen. Damit wachsen viele Kinder in Armut auf bzw. sind sie von Armut bedroht. In ganz Deutschland sind das mehr als 2,4 Millionen Jungen und Mädchen. Natürlich bekommen sie staatliche Unterstützung. Aber wie sie organisiert und verteilt wird, ist höchst ungerecht. Das ist mir am vergangenen Donnerstag noch mal klar geworden. An diesem Tag habe ich einen Workshop der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeiterwohlfahrt NRW und des Zukunftsforums Familie e.V. zur Kindergrundsicherung besucht.

Natürlich bekommen Kinder aus ärmeren Familien staatliche Transferleistungen, aber diese reichen bei weitem nicht aus. Das Kindergeld wird etwa auf das Sozialgeld angerechnet. Deshalb erhalten Mädchen und Jungen, die Hartz IV beziehen, kein Kindergeld. Das ist zutiefst unsozial. Und es trifft auch Familien mit mittleren Einkommen, die aufgrund starrer Einkommensgrenzen aus dem Unterstützungssystem fallen. Deshalb spricht sich ein breites Bündnis für eine bedarfsorientierte Kindergrundsicherung aus. Auch der Deutsche Kinderschutzbund macht sich seit langem dafür stark und ist Partner im Bündnis Kindergrundsicherung. In der Praxis heißt die Forderung: Familien ohne oder mit geringem Einkommen bekommen 536 Euro Grundsicherung pro Kind. Das ist das verfassungsrechtlich notwendige Existenzminimum und setzt sich aus Höhe des sächlichen Existenzminimums (356 Euro) und dem Freibetrag für die Betreuung und Erziehung bzw. Ausbildung (180 Euro) zusammen. Weiterlesen »