Beiträge mit dem Tag "Kinderrechte"

Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche gescheitert

Die Akten bleiben vorerst geschlossen – und jetzt?


Sie schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu – die katholische Kirche und das kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen. In allen Medien erklären beide Parteien, warum die wissenschaftliche Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche gescheitert ist. Von „Zensur“ ist da die Rede – und vom „zerrütteten Vertrauensverhältnis“ zwischen den Vertragspartnern.
Von außen ist es schwer auszumachen, wer tatsächlich schuld daran ist, dass Beweise für den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorerst weiter zwischen Aktendeckeln schlummern werden. Dennoch ist es ein Unding, dass diese so wichtige Forschungsarbeit verschoben wird – und offenbar noch im Anfangsstadium steckt. Bereits 2011 hatte der Kriminologe Christian Pfeiffer das Forschungsprojekt übernommen. Dass es jetzt immer noch Formalia geht, um den Vertrag und die Anlage der Studie, ist kaum nachvollziehbar. Kinder sind jahrzehntelang von Geistlichen missbraucht worden – und die Fakten und Beweise dazu müssen endlich ans Licht kommen. Sowohl das Forschungsinstitut als auch die Kirche wollen neue Projekte auf den Weg bringen, aber das kostet wieder – vor allem Zeit. Weiterlesen »
 

Erzieherin in Herne soll Kindergartenkinder misshandelt haben

Träger schwieg zu lange


© s.media/PIXELIO

Es ist ein Skandal, der sich da in einem Kindergarten in Herne abgespielt hat. Schlimm genug, dass eine Erzieherin Kinder ihrer Gruppe über einen langen Zeitraum misshandelt haben soll. Diese seien gefesselt und eingesperrt worden und hätten ihr eigenes Erbrochenes essen müssen, so die schweren Vorwürfe. Wenn das stimmt, ist das unfassbar.

Aber wirklich empörend finde ich, wie der katholische Träger des Kindergartens reagierte – nämlich sehr lange erstmal gar nicht. Es ist kaum zu glauben, dass die Eltern erst über einen Monat, nachdem Kita-Personal die Vorwürfe in einem Brief geäußert hatte, darüber informiert wurden. Eltern müssen wissen, was mit ihrem Kind passiert – schon allein, um entscheiden zu können: Will ich meinen Sohn oder meine Tochter weiterhin in die Obhut dieser Einrichtung geben oder nicht? In der Zeitung standen verschiedene Gründe, warum das alles so lange gedauert hat. Die kann ich schwer nachvollziehen. Weiterlesen »

 

Kinderrechte-Film läuft am 20. Juni im Kino

Heimalltag auf der großen Leinwand


© Olga Fröse/DKSB

Ich gehe gern und oft ins Kino. Das ist schön, aber nicht wirklich außergewöhnlich. Am nächsten Mittwoch (20. Juni) wird das aber sicher anders sein. Auf diesen Filmabend bin ich richtig gespannt! Denn in einem großen Wuppertaler Multiplex-Kino läuft der Film, der in den Osterferien in unserem Filmprojekt hier beim DKSB in Wuppertal entstanden ist.

Sieben Jungen und Mädchen aus Heimen in Essen und Köln haben sich mit den Kinderrechten beschäftigt. Welche Rolle spielen die eigentlich in ihrem Alltag in der Gruppe? Und wo werden die Rechte nicht gewahrt? Darüber haben sich die 12-bis 17-Jährigen Gedanken gemacht und mit zwei Film-Profis von Medienprojekt Wuppertal eine Dokumentation dazu erstellt. Und die läuft am nächsten Mittwoch auf der ganz großen Leinwand.

Ich bin sehr neugierig, was die Mädchen und Jungen in den Interviews erzählen. Schaffen sie es, diesen eher abstrakten Begriff „Kinderrechte“ mit Leben zu füllen? Das wäre toll, denn genau darum geht es in unserer Arbeit im Modellprojekt „geRECHT in NRW“. Wir informieren Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe, also in Heimen und Tagesgruppen, über ihre Rechte – und wir entwickeln eine Beschwerdestelle, falls die Kinderrechte verletzt werden.

Taschengeld, Besuchszeiten, Ärger in der Gruppe – all das beschäftigt junge Menschen in Heimen. Aber wie bringt man das auf die Kino-Leinwand? Am Mittwochabend weiß ich mehr. (Wir gehen übrigens mit den Kindern und Jugendlichen zusammen ins Kino. Dass sie an den drei Tagen mit uns Spaß hatten, denke ich ganz sicher. Aber dann erfahre ich bestimmt auch, was die Jungen und Mädchen mit ein paar Wochen Abstand über das Projekt denken.)

Der Film läuft im Videomagazin des Medienprojekts Wuppertal im Cinemaxx. Beginn ist um 19.30 Uh

 

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte das Format von Anfang an kritisiert

DSDS Kids endet mit einem Flop


Die erste Staffel der Kinderausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“ ist vorbei und bleibt hoffentlich auch die einzige – die miesen Quoten sprechen jedenfalls für sich. Das Format konnte wohl nicht nur den Kinderschutzbund nicht überzeugen.

„DSDS Kids“ gehört nicht ins Fernsehen – diese Meinung hat der Deutsche Kinderschutzbund von Anfang an vertreten. Kinder – süß, ehrlich und hoffnungsvoll – sind nicht dazu da, miese Quoten aufzubessern. Sie sind nicht dazu da, die ehrgeizigen Träume ihrer Eltern zu erfüllen. Und auch nicht, um von der Jury mit klebrigem Lob überschüttet zu werden. Bei „DSDS Kids“ ging es nicht um die Interessen der Kinder, auch wenn es RTL in der Öffentlichkeit beharrlich so dargestellt hat.

Obwohl dieses Format jetzt in das Archiv des Senders wandert, verfolgt der Deutsche Kinderschutzbund das Fernsehprogramm, vor allem das der Privatsender, nach wie vor kritisch. Immer wieder werden bei Castingshows oder Reality-Formaten die Rechte von Kindern und Jugendlichen verletzt. Sender und Produktionsverantwortliche sollten sich mit den Kinderrechten vertraut machen und die Folgen ihrer Sendung für die Jungen und Mädchen prüfen. Denn die Fernsehmacher werden nur im Abspann genannt; die Kinder aber treten mit ihrer ganzen Person auf – und das kann sie unter Umständen jahrelang verfolgen. Schließlich gab es von insgesamt knapp 38.000 Bewerbern nur einen einzigen Gewinner – alle anderen Kinderhände sind komplett leer ausgegangen. Die Rechte und Gefühle von Kindern wiegen schwerer als die Quote. Deswegen sprechen wir uns nach wie vor für eine gesetzliche Grundlage aus, die Kinder bei der Produktion von Fernsehsendungen schützt. RTL sollte jedenfalls einsehen: Das Format „DSDS Kids“ ist kläglich gescheitert!

 

Fachtag informierte über "Inklusion aus der Sicht des Kindes"

Inklusion ist nötig und machbar


„Inklusion – was ist das denn?“ Das ist eine gängige Frage, die nicht nur auf der Familienfeier oder im Sportverein kommt. Auch Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, wissen oft nicht, was sie mit dem Begriff anfangen sollen. „Hat das nicht irgendwas mit Behinderungen zu tun?“, vermuten manche. Aber was? Inklusion hat noch keinen Platz in der öffentlichen Diskussion gefunden – und das ist im Grunde ein Skandal. Denn Kinder haben ein Recht auf Inklusion – aber wie kann das umgesetzt werden, wenn viele gar nicht wissen, wovon die Rede ist? Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. setzt auf Information – und lud zu einem Fachtag nach Erkelenz ein mit dem Thema „Inklusion aus der Sicht des Kindes“.
„Vielfalt macht stark“ – das ist einer der Grundgedanken der Inklusion. Das Ziel ist, dass  Kinder – ob mit oder ohne Behinderung – ihren Alltag zusammen verbringen, etwa in der Kindertagestagesstätte, der Schule oder in der Freizeit. Gedankliche Grundlage der Inklusion ist ein verändertes Menschenbild. Behinderung wird nicht als persönliches Defizit verstanden, sondern als Ausdruck menschlicher Verschiedenheit. Jedes Kind bekommt in inklusiven Einrichtungen die Teilhabe, Hilfe und Unterstützung, die es braucht – ob in der Schule, im Kinderchor oder dem Sportverein. Jeder Junge und jedes Mädchen gilt als Gewinn, das die anderen etwas lehrt. Ein schönes Ziel. Weiterlesen »
 

Besserer Schutz von Kindern in öffentlichen Einrichtungen

Kontrolle ist gut – Beteiligung ist besser!


Kinder haben Rechte – auch in stationären Einrichtungen, Foto: DKSB/Susanne Tessa Müller

Erziehung in öffentlichen Einrichtungen ist ins Gerede geraten – zurecht. Auch wenn die meisten Akte von Gewalt gegen Kinder (sowohl körperliche als auch sexuelle) im Privaten, in Familien, stattfinden, sind auch die sozialen Institutionen in die Kritik geraten. Auslöser waren vor allem die Berichte ehemaliger Heimkinder, die in den 1945 bis 1970er Jahren in Erziehungsheimen lebten. Welche Schlußfolgerungen können für besseren Schutz von Kindern in dieser Lebenslage gezogen werden?

Ende 2010 hat der „Runde Tisch Heimerziehung“ seinen Abschlußbericht vorgelegt und bestätigte damit das Leid und Unrecht, unter dem viele Kinder und Jugendliche leiden mussten. Weiterlesen »

 

Bußgeld, weil „Die Super Nanny“ (RTL) gegen Menschenwürde verstößt

DKSB begrüßt Entscheidung der Kommission für Jugendmedienschutz


Immer wieder schlägt die Mutter zu. Auf dem Sofa liegt, ja krümmt sich ihre fünfjährige Tochter. Es solle sich anziehen, schreit die Mutter verzweifelt. Fast schon apathisch ist das Mädchen,  kann kaum noch weinen. Mit leiser dramatischer Musik unterlegt, wird diese Szene einige Male wiederholt – bis endlich nach einer gefühlten Ewigkeit die Heldin erscheint und sich empört. Keine Szene aus einem Hollywood-Thriller, sondern aus einer Folge „Die Super Nanny“ vom 5. Mai letzten Jahres. Eine Sendung mit “unerwünschten Nebenwirkungen” für RTL. Weiterlesen »

 

Kinderschutz gilt nicht nur für kleine Kinder

Auch Jugendliche brauchen Schutz


Jugendliche nicht alleine lassen
Jugendliche nicht allein lassen, Foto: Barbara Eckholdt/pixelio.de

Die UN-Kinderrechte definieren Kinder als Menschen, die das achtzehnte
Lebensjahr noch nicht vollendet haben. In den letzten Jahren ist der Eindruck entstanden, dass Jugendliche keine besondere Fürsorge brauchen, sondern eher einen “Schutz vor sich selber”. Die frühe Kindheit wird mittlerweile von vielen in den Blick genommen. Doch die Kindheit hört nicht plötzlich auf, wenn ein Mensch in die Pubertät kommt.  Eine neue Perspektive muss her.

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Kinderrechte heute sichern

geRECHT in NRW: neue Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche in Erziehungshilfeeinrichtungen


Im November 1989 wurde das UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes  von 193 Vertragsstaaten feierlich unterzeichnet. Damit verpflichten sich diese Länder, Kinderrechte zu achten, einzuhalten und umzusetzen.

Den Kinderrechten liegt immer noch die Vorstellung erwachsener „Kinderexperten“ zugrunde. So war beispielsweise kein einziges Kind an der Entwicklung der UN-Kinderrechte beteiligt. Kinderrechte werden nicht nur in  so genannten Schurkenstaaten verletzt. Auch hier bei uns in Deutschland benötigen wir Beteiligungsstrukturen, damit Kinder sich einmischen und ein offenes Ohr finden, insbesondere dann, wenn ihre Rechte missachtet werden. Weiterlesen »

 

Kinderschutz-Themen in der digitalen Welt

Start frei für FairQuer!


Foto: Rolf van Melis, pixelio.de

Schön, dass Sie hierher gefunden haben. „FairQuer“ ist das neue Blog des Kinderschutzbundes NRW. Kinderschutz  ist ein universelles Thema, das alle Menschen angeht – nicht nur Eltern. Denn Kinder sind die Erwachsenen von morgen. Kinder sind unsere Zukunft.

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