Beiträge mit dem Tag "Medien"

Kinderrechte-Film läuft am 20. Juni im Kino

Heimalltag auf der großen Leinwand


© Olga Fröse/DKSB

Ich gehe gern und oft ins Kino. Das ist schön, aber nicht wirklich außergewöhnlich. Am nächsten Mittwoch (20. Juni) wird das aber sicher anders sein. Auf diesen Filmabend bin ich richtig gespannt! Denn in einem großen Wuppertaler Multiplex-Kino läuft der Film, der in den Osterferien in unserem Filmprojekt hier beim DKSB in Wuppertal entstanden ist.

Sieben Jungen und Mädchen aus Heimen in Essen und Köln haben sich mit den Kinderrechten beschäftigt. Welche Rolle spielen die eigentlich in ihrem Alltag in der Gruppe? Und wo werden die Rechte nicht gewahrt? Darüber haben sich die 12-bis 17-Jährigen Gedanken gemacht und mit zwei Film-Profis von Medienprojekt Wuppertal eine Dokumentation dazu erstellt. Und die läuft am nächsten Mittwoch auf der ganz großen Leinwand.

Ich bin sehr neugierig, was die Mädchen und Jungen in den Interviews erzählen. Schaffen sie es, diesen eher abstrakten Begriff „Kinderrechte“ mit Leben zu füllen? Das wäre toll, denn genau darum geht es in unserer Arbeit im Modellprojekt „geRECHT in NRW“. Wir informieren Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe, also in Heimen und Tagesgruppen, über ihre Rechte – und wir entwickeln eine Beschwerdestelle, falls die Kinderrechte verletzt werden.

Taschengeld, Besuchszeiten, Ärger in der Gruppe – all das beschäftigt junge Menschen in Heimen. Aber wie bringt man das auf die Kino-Leinwand? Am Mittwochabend weiß ich mehr. (Wir gehen übrigens mit den Kindern und Jugendlichen zusammen ins Kino. Dass sie an den drei Tagen mit uns Spaß hatten, denke ich ganz sicher. Aber dann erfahre ich bestimmt auch, was die Jungen und Mädchen mit ein paar Wochen Abstand über das Projekt denken.)

Der Film läuft im Videomagazin des Medienprojekts Wuppertal im Cinemaxx. Beginn ist um 19.30 Uh

 

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte das Format von Anfang an kritisiert

DSDS Kids endet mit einem Flop


Die erste Staffel der Kinderausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“ ist vorbei und bleibt hoffentlich auch die einzige – die miesen Quoten sprechen jedenfalls für sich. Das Format konnte wohl nicht nur den Kinderschutzbund nicht überzeugen.

„DSDS Kids“ gehört nicht ins Fernsehen – diese Meinung hat der Deutsche Kinderschutzbund von Anfang an vertreten. Kinder – süß, ehrlich und hoffnungsvoll – sind nicht dazu da, miese Quoten aufzubessern. Sie sind nicht dazu da, die ehrgeizigen Träume ihrer Eltern zu erfüllen. Und auch nicht, um von der Jury mit klebrigem Lob überschüttet zu werden. Bei „DSDS Kids“ ging es nicht um die Interessen der Kinder, auch wenn es RTL in der Öffentlichkeit beharrlich so dargestellt hat.

Obwohl dieses Format jetzt in das Archiv des Senders wandert, verfolgt der Deutsche Kinderschutzbund das Fernsehprogramm, vor allem das der Privatsender, nach wie vor kritisch. Immer wieder werden bei Castingshows oder Reality-Formaten die Rechte von Kindern und Jugendlichen verletzt. Sender und Produktionsverantwortliche sollten sich mit den Kinderrechten vertraut machen und die Folgen ihrer Sendung für die Jungen und Mädchen prüfen. Denn die Fernsehmacher werden nur im Abspann genannt; die Kinder aber treten mit ihrer ganzen Person auf – und das kann sie unter Umständen jahrelang verfolgen. Schließlich gab es von insgesamt knapp 38.000 Bewerbern nur einen einzigen Gewinner – alle anderen Kinderhände sind komplett leer ausgegangen. Die Rechte und Gefühle von Kindern wiegen schwerer als die Quote. Deswegen sprechen wir uns nach wie vor für eine gesetzliche Grundlage aus, die Kinder bei der Produktion von Fernsehsendungen schützt. RTL sollte jedenfalls einsehen: Das Format „DSDS Kids“ ist kläglich gescheitert!

 

Vor „Deutschland sucht den Superstar“ sind bald nicht mal mehr Kindergartenkinder sicher

Je schlechter die Quoten, desto absurder die Ideen


„Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) rutscht immer tiefer ins Quotenabseits, und die Macher scheinen nun alles in Kauf nehmen zu wollen, um Herrn Bohlen und die RTL-Family wieder zum Lachen zu bringen. Der Sender plant jetzt eine Kinderversion der Castingshow für vier-bis 14-Jährige.
„Du, wenn ich meinem Hund eine Currywurst in den Arsch schiebe, dann macht er solche Geräusche!“ oder „Ich hab´ Freunde und wenn die auf dem Oktoberfest neben´s Bierzelt kotzen oder so ist das echt rhythmischer als das, was du hier so bringst.“ Diese und andere heftige Sprüche sind die Regel bei Herrn Bohlen, wenn es darum geht, die Castingmitglieder beim Singen zu bewerten. Dabei muss es natürlich ordentlich zur Sache gehen, Nettigkeiten sind hier völlig fehl am Platz. Weiterlesen »
 

Scripted Reality ersetzt die Doku-Soap

Vom Regen in die Traufe


©Michael Hirschka/PIXELIO

Seit einiger Zeit steht vor allem das Nachmittagsprogramm der großen privaten Fernsehsender ganz im Zeichen der „scripted reality“. Ein Format, das vorgibt, Realität abzubilden, aber von Laien nach Drehbuch (Script) gespielt wird. Dabei haben die Darsteller meist das Drehbuch nicht gesehen, sondern agieren nach Regieanweisung. Dem Zuschauer wird – zu Beginn und am Ende der Sendung – durch eine eher unauffällige Einblendung mitgeteilt: Handelnde Personen sind frei erfunden. So könnten wir eigentlich erleichtert aufatmen: keine Bloßstellung der Protagonisten mehr, keine Gefahr, dass vor allem Kinder unter den Folgen leiden. Doch so einfach ist es leider nicht.

Abgesehen von den erwähnten Einblendungen tun die Macher alles, um Realität vorzuspiegeln. So werden Autokennzeichen geschwärzt, gelegentlich Gesichter gepixelt, grobe Schimpfwörter durch Piepton unkenntlich gemacht. Und die kommentierenden Sprecher formulieren Sätze wie: „Da durften wir mit der Kamera dabei sein“ oder auch „ Familie S. wollte dieses Gespräch ohne unsere Kamera führen.“ Weiterlesen »

 

Heute ist „Safer Internet Day“

Gemeinsam das Internet entdecken – aber sicher!


©Berlin pics/PIXELIO

Heute ist „Safer Internet Day“ – so wie seit 2004 an jedem zweiten Dienstag im Februar. Initiiert von der Europäischen Union soll dieser Tag mit verschiedenen Aktionen oder Veranstaltungen auf das Thema „Internetsicherheit“  aufmerksam machen und die Nutzerinnen und Nutzer für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien sensibilisieren. In diesem Jahr heißt das Motto „connecting generations and educating each other“ –  „Generationen verbinden und voneinander lernen lassen“. Eine Haltung, die wir vom Deutschen Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. voll unterstützen.
Insbesondere im Hinblick auf das Internet können die Generationen voneinander profitieren, indem sie nicht nur darüber sprechen und sich austauschen, sondern auch gemeinsam auf „virtuelle Entdeckungstour“ gehen. So haben viele Erwachsene dicke Fragezeichen im Kopf, wenn sie „twitter“, „youtube“ oder „facebook-timeline“ hören; aber auf die Idee, die jüngere Generation nach Tipps und Hilfestellungen zu fragen, trauen sich die wenigsten.

Umgekehrt kann es genauso passieren, dass Kinder und Jugendliche medialen Inhalten ausgesetzt werden, bei denen sie sich unwohl fühlen und gerne auf den Schutz durch die Erwachsenen zurückgreifen würden – auch hier fühlen sich viele allein gelassen. Weiterlesen »

 

DKSB und LfM luden zum Fachtag "Cybermobbing" ein

Wenn das Surfen im Internet Bauchschmerzen macht


Dr. Catarina Katzer

Schlagen, Treten, Bespucken, Hänseln oder einfach nur Ignorieren: In deutschen Klassenzimmern kann es heiß hergehen, wenn die Kinder scheinbar an „Geschmacksverkalkung“ leiden, schiefe Zähne haben, wie eine „Bohnenstange“ aussehen, kein I-Phone besitzen und einfach ein „Opfer“ sind. Was sich in der Realität bitter anhört und schwer zu zügeln ist, nimmt im Zeitalter der digitalen Kultur eine neue Wendung. Während die „Täter“ in der Klasse ein Gesicht haben, verstecken sich die digitalen Mobber auf eine anonyme und bequeme Weise im Netz und lassen ihren Hasstiraden freien Lauf.

Die Täter können beim Cybermobbing mit nur einem Klick eine Lawine an Beleidigungen auslösen, denen Kinder und Jugendliche nur schwer ausweichen können. Das digitale Netz – und hier insbesondere die sozialen Netzwerke – bieten die „optimale“ Plattform. Sei es das Zurechtschneiden der Fotos von Gesichtern oder Körperteilen, das Hacken eines persönlichen Profils, das Verbreiten eines Gerüchts oder aber das Einstellen eines peinlichen Videos. Die Folgen sind kaum absehbar. Das potentielle Publikum beim Cybermobbing ist riesengroß, ein Löschen aus dem Internet unmöglich. Weiterlesen »

 

Bußgeld, weil „Die Super Nanny“ (RTL) gegen Menschenwürde verstößt

DKSB begrüßt Entscheidung der Kommission für Jugendmedienschutz


Immer wieder schlägt die Mutter zu. Auf dem Sofa liegt, ja krümmt sich ihre fünfjährige Tochter. Es solle sich anziehen, schreit die Mutter verzweifelt. Fast schon apathisch ist das Mädchen,  kann kaum noch weinen. Mit leiser dramatischer Musik unterlegt, wird diese Szene einige Male wiederholt – bis endlich nach einer gefühlten Ewigkeit die Heldin erscheint und sich empört. Keine Szene aus einem Hollywood-Thriller, sondern aus einer Folge „Die Super Nanny“ vom 5. Mai letzten Jahres. Eine Sendung mit “unerwünschten Nebenwirkungen” für RTL. Weiterlesen »

 

Kinderschutzbund Landesverband NRW feiert Jubiläum und zieht Bilanz

40 Jahre Kinderschutz im Blick


NRW-Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg

“40 Jahre Kinderschutzbund Nordrhein-Westfalen, das sind 40 Jahre wertvolle Interessenvertretung für die vielen Kinder in unserem bevölkerungsreichen Bundesland”, sagte Eckhard Uhlenberg, Landtagspräsident von Nordrhein-Westfalen, der als Gastgeber zum 40. Geburtstag des DKSB Landesverbandes gratulierte. 150 Gäste waren in die Düsseldorfer Villa Horion gekommen: Ehrenamtliche, Freunde, Förderer, Partner, Mitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In Vertretung der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bezeichnete Kinder- und Jugendstaatssekretär Prof. Klaus Schäfer Prävention und Bildung als die wichtigsten Elemente der Kinder- und Jugendpolitik der  Landesregierung. “Wir müssen Kindern und Jugendlichen gute Chancen für die Entwicklung eröffnen, ihre Bedürfnisse und Wünsche ernst nehmen und sie bestmöglich fördern”, sagte er  in seinem Festvortrag. Er nannte den DKSB einen Ratgeber, der die Praxisfragen transportiere und politikfähig gemacht habe. Weiterlesen »

 

Angst vor Online-Spielsucht oft unbegründet

Eltern finden Wege durch den Mediendschungel


Logos einiger "sozialer Netzwerke"

 

„Farmville“, „Cityville“ und „Happy Aquarium“ sind zurzeit die größten virtuellen Magneten. Sie ziehen weltweit Millionen von Spielern in den Bann. Diese so genannten Social Games werden in den sozialen Netzwerken wie facebook oder schülerVZ und studiVZ  angeboten. 

In aller Regel sind die Spiele kostenlos. Gebühren entstehen allerdings, wenn sich die Spieler zusätzliche Wünsche erfüllen bzw. sich Vorteile verschaffen wollen, zum Beispiel ein „schönes Auto fahren“ oder „besondere Blumen anpflanzen“ möchten. 

Spiele wie diese kosten nicht nur Nerven, sondern auch viel Zeit. Die Spieler sitzen nicht selten stundenlang vor dem Rechner, damit sie auch ja alle Errungenschaften in der virtuellen Welt bestens pflegen können. 

Eltern und Erziehende haben dagegen kaum Einblicke in die Spielekultur. Nur zu mahnen ist wenig hilfreich und glaubwürdig.  Dennoch sollten Spieler und Eltern die Zeit, die im Internet verbracht wird, im Blick behalten. Allerdings befürchten die Eltern viel zu oft und schnell „Internetsucht“ oder „Computersucht“ Weiterlesen »

 

Wege durch den Mediendschungel

Elternkursleitungen sind startklar


Vom Tablet-PC fasziniert: Teilnehmer/innen des Kurses,  in der Mitte die Autorin / Foto: DKSB NRW

Susanne Hentschel und ich haben die erste NRW-Schulung zur Elternkursleitung „Wege durch den Mediendschungel – Kinder und Jugendliche sicher in der Medienwelt begleiten“ in Kooperation mit der Bildungsakademie BiS erfolgreich durchgeführt. Wir freuen uns, dass es dabei mit viel Spiel, Spaß und Spannung zuging!

14 Teilnehmer/innen erwarben in zwei Blöcken à zwei Tagen die Zusatzqualifikation zur Durchführung von medienpädagogischen Elternkursen. Nun besitzen sie umfassende Informationen und kennen verschiedene Materialien für die Medienerziehung mit Fernsehen, Handy, sowie Internet, PC – und Onlinespiele.

Die Fähigkeit zur Medienkompetenz beinhaltet auch die „medienbiographische Selbstreflexion“, das heißt: Wie haben Erwachsene im Laufe ihres Lebens selbst die Medien erlebt? Schließlich sollen auch Eltern über ihr eigenes Verhältnis zu den Medien nachdenken und die alltäglichen Herausforderungen im Umgang mit medialen Inhalten selbstsicher anpacken. Großen Wert legten wir darauf, individuelle Fähigkeiten und Vorkenntnisse zu vertiefen und viel Raum für Diskussionen  zu bieten.

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