Beiträge mit dem Tag "Kinderschutzgesetz"

Diskussion über Referentenentwurf zum neuen Bundeskinderschutzgesetz

Kinderschutz braucht Qualität und Qualifzierung


Was machen Sie, wenn Sie mit einer Autopanne auf dem Standstreifen liegen bleiben: Diskutieren Sie per Handy mit möglichen Helfern über deren beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen? Oder rufen Sie einen anerkannten Pannendienst herbei?

Quelle: Kinderschutz-ABC der Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg / Oranienburg

Quelle: Kinderschutz-ABC der Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg / Oranienburg

Hintergrund zu dieser polemischen Frage: Momentan diskutieren verschiedene Verbände den Gesetzesentwurf zum neuen „Bundeskinderschutzgesetz“ (BKiSchG), so auch der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB). Der Tenor ist klar: Der Entwurf verbessert im Großen und Ganzen die Rechtsgrundlage für den Auf- und Ausbau eines effektiven Kinderschutzes.  

Ein wichtiger Punkt: Die Bezeichnung „Kinderschutzfachkraft“ ersetzt im vorgeschlagenen Gesetzestext § 8a im Absatz 4 Satz 3 SGB VIII (“Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung”) den bislang benutzten Begriff „insoweit erfahrene Fachkraft“. Damit ist ein/e im Kinderschutz besonders qualifizierte/r Berater oder Beraterin gemeint, die vom Jugendhilfeträger bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zur Risikoeinschätzung hinzu gezogen werden muss. Dazu mehr auf wikipedia.

Der Begriff „Kinderschutzfachkraft“ ist eindeutig und praxistauglich. Wer sich nun dagegen stemmt und die alte diffuse Bezeichnung „insoweit erfahrene Fachkraft“ im Gesetz beibehalten will, muss sich fragen lassen, wem damit gedient sein soll. Als Kinderschutzfachkraft darf sich nur bezeichnen, der über einschlägige Berufserfahrung und über eine gute Zusatzqualifikation (Zertifikatskurs) verfügt. Dass damit Zeit und Kosten verbunden sind, liegt auf der Hand. Aber so können Ämter und Träger sicher sein, dass sie es mit einer entsprechend qualifizierten und profilierten Person zu tun haben.

Im Ernstfall des Kinderschutzes, der einen Träger aus „heiterem  Himmel“ treffen kann, bleiben weder Zeit noch Nerven, um „Erfahrung“ oder rechtliche Kenntnisse – wie z.B. in puncto Datenschutz – anderweitig umständlich nachzuprüfen. Wie sollte dies auch geschehen? Durch einen Fragenkatalog? Durch Mundpropaganda?

Es geht um einen nachprüfbaren Qualifizierungsnachweis in Sachen Kinderschutz und nicht bloß um eine neumodische Funktionsbezeichnung, mit der „viel Geld“ verdient werden kann. Wenn es um das Kindeswohl geht, sollte nicht am falschen Ende gespart werden. Daher muss auch die Finanzierung der Kinderschutzfachkräfte gesetzlich geregelt werden. Was also ist der Gesellschaft kompetenter Kinderschutz wert?

Mehr zum neuen BKiSchG lesen Sie hier. Hier geht es zu einem Artikel über die letzte Jahrestagung der Kinderschutzfachkräfte.

 

Entwurf für Kinderschutzgesetz

Nichts Neues – aber die Richtung stimmt


Der von der Bundesregierung im Sommer angekündigte „Herbst der Entscheidungen“ hat ein neues (Winter-) Ergebnis gezeitigt: Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, hat den Entwurf eines „Bundeskinderschutzgesetzes“ vorgelegt. Darin steht Einiges, was der Deutsche Kinderschutzbund schon lange fordert oder praktiziert. Doch noch ist nichts entschieden. Der Diskussionsprozess geht jetzt erst richtig los.

Mehr für Kinder – Für mehr Kinder! Foto: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

Noch ist es nur die Ankündigung eines Gesetzgebungsverfahrens, das erst am 1. Januar 2012 in seiner dann vorliegenden endgültigen Fassung geltendes Recht werden soll. Bis dahin werden alle Ebenen der Politik und die Verbandslobby noch verändern und mitgestalten. Insbesondere die Ländervertretungen im Bundesrat und die kommunalen  Spitzenverbände werden Einfluss nehmen. Zum einen, um den eigenen Gestaltungswillen geltend zu machen, zum anderen, um Kostenfolgen zu minimieren.

Deshalb muss sich insbesondere auch die Kinderlobby einbringen, um die Kernpunkte dieses Entwurfes zu würdigen, sie zum Teil noch zu verbessern und  dann für ihre Durchsetzung zu kämpfen. Weiterlesen »

 

4. Jahrestagung der Kinderschutzfachkräfte in Gelsenkirchen

Verantwortungsgemeinschaft mit „glitschiger Seife“?


Diskutieren über Kinderschutzfachkräfte: Friedhelm Güthoff (DKSB NRW), Britta Discher (DKSB OV Unna), Dr. Sigrid Bathke (ISA), Dr. Reinhard Wiesner (Berater des Bundesfamilienministeriums)

„Es könnte so einfach sein, ist es aber nicht“ ist eine Formel, die man immer dann etwas zerknirscht ausspricht, wenn Wunsch und Wirklichkeit aufeinander prallen. Wenn es um Kinderschutz geht, schmerzt sie um so mehr.

Als sich jetzt im Wissenschaftspark Gelsenkirchen fast 150 Kinderschutzfachkräfte (so genannte insoweit erfahrene Fachkräfte im Sinne des § 8a SGB VIII) zu ihrer 4. Jahrestagung mit dem Titel „Profile stärken – Austausch schaffen“ versammelten, wurde klar, dass es den Königsweg hin zu einer optimalen Qualität im Kinderschutz (noch?) nicht gibt. Veranstalter des Treffens waren das Institut für soziale Arbeit Münster e.V. (ISA), der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. und die Bildungsakademie BiS.

Seit 2005 schreibt §8a SGB VIII vor, dass Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe zur besseren Bewertung des Gefährdungsrisikos für ein Kind eine „insoweit erfahrene Fachkraft“ hinzuziehen sollen. Seitdem haben DKSB, BiS und ISA 2.500 Fachkräfte zur „Kinderschutzfachkraft“ fortgebildet. Sie sollen zwischen den Institutionen vermitteln und helfen, die richtigen Entscheidungen zum Wohl des Kindes zu treffen. Weiterlesen »