Beiträge mit dem Tag "Sexualisierte Gewalt"

WAZ kritisiert das mangelnde Engagement gegen sexuellen Kindesmissbrauch

Die Wahrheit jenseits der Statistik


© DKSB/Susanne Tessa Müller

„Politik versagt im Kampf gegen Kindesmissbrauch“, titelte die WAZ gestern sehr plakativ. Über den Artikel, der auf die Schlagzeile folgt, habe ich mich geärgert. Die Zeitung kritisiert, dass sich trotz Engagement gegen den Kindesmissbrauch in den vergangenen Jahren nichts verändert habe und belegt das mit gleichbleibenden Zahlen der offiziellen NRW-Kriminalstatistik. Die zählt aber lediglich die Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch, die bei der Polizei angezeigt wurden.Die Dunkelziffer in diesem Bereich ist jedoch sehr viel höher, so dass diese Statistik meiner Meinung nur bedingt aussagekräftig ist. Wir wissen aus Untersuchungen, dass insbesondere Missbrauchsfälle im familiären Kontext häufig nicht zur Anzeige gebracht werden. Und es gibt Gründe für und gegen Anzeigen. Das muss im Einzelfall entschieden werden. Weiterlesen »

 

Sexualisierte Gewalt im Sportverein: ein Beispiel aus dem Rheinland

Wenn das Fußballtraining Bauchschmerzen macht


Rainer Sturm/PIXELIO.de

Umarmungen nach einem gewonnenen Spiel oder einem anderen erfolgreichen Wettkampf sind im Sportverein total normal. Ohne Körperkontakt und anschließendes Duschen ist ein Trainingsalltag kaum denkbar. Für viele Kinder und Jugendliche ist es wichtig, zur Mannschaft zu gehören, und zur Trainerin oder dem Trainer haben sie ein enges Vertrauensverhältnis. Ein idealer Nährboden für eine erfüllte Freizeit und sportliche Erfolge. Diese besondere Nähe birgt auf der anderen Seite aber auch das Risiko für sexuellen Missbrauch.Theoretisch weiß ich das schon lange. Aber erst letzte Woche habe ich wirklich verstanden, was sexualisierte Gewalt im Alltag von Sportvereinen bedeuten kann – und war sprachlos. Ein Fußballtrainer im Rheinland fasst Jungen aus seiner Mannschaft unsittlich an, schaut ihnen beim Duschen zu und macht obszöne Bemerkungen. Er fliegt aus dem Verein und macht bei einem anderen Club in derselben Stadt weiter. Dort zeigen ihn zahlreiche Eltern wegen sexueller Übergriffe an. Er wird strafrechtlich verurteilt; seine Freiheitsstrafe wird allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Eine der Bewährungsauflagen lautet: Er darf keinen Zugang zu Kindern bekommen.Dennoch versucht der Trainer weiter, wieder in einem Fußballverein unterzukommen – und schafft es schließlich in einer benachbarten Großstadt.

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