Beiträge mit dem Tag "Sorgerecht"

Gesetzentwurf sieht Reform des Sorgerechts vor

Papa, Mama und ich – nicht nur auf dem Papier


© Dirk Schelpe/PIXELIO

Nach einer kurzen Affäre wird eine Frau schwanger – und zieht ihr Kind allein groß.  Mit dem Vater will sie nichts mehr zu tun haben und sie entscheidet, dass das auch für ihr Kind gelten soll. Wenn der Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett gestern beschlossen hat, tatsächlich durchkommt, soll so etwas in Zukunft so nicht mehr möglich sein. Und das ist gut so, finde ich.

Kinder haben ein Recht auf Mutter und Vater. Sie brauchen den Kontakt zu beiden Geschlechtern. Das hat die Familienforschung schon vor Jahren herausgefunden – und das muss endlich auch für die Kinder unverheirateter Eltern juristische Realität werden. Wenn ein Vater Verantwortung für das Wohl seines Kindes übernehmen will, soll es ihm künftig leichter gemacht werden, das gemeinsame Sorgerecht zu bekommen. Wenn das Wohl des Kindes nicht gefährdet ist, muss die Mutter dafür notfalls nicht mal mehr ihr Einverständnis geben. Das ist ein großer Schritt in Richtung Gleichstellung von ehelichen und nichtehelichen Kindern!
Oder sollten unverheiratete Paare automatisch das gemeinsame Sorgerecht bekommen? Kritiker bemängeln an dem Gesetzentwurf, dass er hinter den bisherigen Forderungen zurückbleibt. Ich bin anderer Meinung. Wenn sich ein Vater um das gemeinsame Sorgerecht bemüht, bekennt er ganz offiziell: Mein Kind ist mir wichtig, und ich will mich darum kümmern.
Eine veränderte gesetzliche Grundlage muss sich im Alltag allerdings erst bewähren. Die Politikerinnen und Politiker haben bereits umgedacht. Jetzt müssen es auch die Menschen tun, die ohne Trauschein Eltern werden – und das gemeinsame Sorgerecht Alltag werden lassen.
 

Gemeinsame Sorge nicht verheirateter Eltern

Ende der Diskriminierung nicht verheirateter Väter?


Foto: Nicole Celik, pixelio.de

Viele von der Mutter getrennt lebende Väter atmen auf: Denn mit seiner Entscheidung vom 03.12.2009 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg (EuGHMR) die in Deutschland geltenden Regeln für das Sorgerecht nicht verheirateter Eltern als einen Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verurteilt. Damit wäre eine nicht zu rechtfertigende Diskriminierung nicht verheirateter Väter gegenüber geschiedenen Vätern verbunden.

Der Gesetzgeber muss nun eine Lösung finden, mit der diese Diskriminierung beendet wird. Dafür gibt es prinzipiell zwei Wege: Entweder bekommen beide Elternteile – unabhängig von der Form des Zusammenlebens – mit der Feststellung der Elternschaft das gemeinsame Sorgerecht, es sei denn die Mutter widerspricht („Widerspruchsmodell“). Oder der Vater bekommt das Sorgerecht gegen den Willen der Mutter erst nach einer familiengerichtlichen Entscheidung („Antragsmodell“).

Der DKSB setzt sich prinzipiell für das gemeinsame Sorgerecht beider Elternteile ein – unabhängig von ihrem Familienstand. Nur so kann die gemeinsame Verantwortung der Eltern für ihr Kind anerkannt und gestärkt werden. Kinder haben ein Recht auf Vater und Mutter, unabhängig davon, für welche Lebensform diese sich entschieden haben.

Lesen Sie zu diesem Artikel auch http://www.bmj.bund.de/ Hier gibt es eine pdf-Datei zu den Gerichtsentscheidungen zum Download: Fragen und Antworten zum Sorgerecht. Viele weitere juristische Informationen bietet: http://www.zkj-online.de/